CDU rüttelt an der PKV

Gesundheitsreform, Bürgerversicherung, Kopfpauschale, usw.

Moderatoren: Rossi, Czauderna, Frank

Eumel52

Beitragvon Eumel52 » 27.03.2012, 21:47

addicted to fly hat geschrieben:@Eumel: Wie genau kennst du das dänische System?

Ich habe Verwandte in Dk, die mir berichtet haben, dass sie unsere Probleme nicht kennen und nicht verstehen:
Kostensteigerungen, Praxisgebühr, Altersarmut wegen PKV-Beiträgen, Abzocke durch überflüssige Behandlungen, Beitragssteigerungen, Festhalten in Krankenhausbetten zur Einnahmenmaximierung, Versicherungsbeiträge oberhalb der Renteneinkünfte, drängelnde Vertreter ... usw...usw...
Meine Verwandten berichten mir weiter, dass sie hochzufrieden sind und keine andersdenkenden Dänen kennen.
Auch die Ärzte sollen zufriedener sein, weil sie sich mehr um die Genesung ihrer Patienten kümmern können, was sie auch wollen. Die Ärzte empfinden ihre Einkünfte mehr als nur zufriedenstellend.
Lediglich die Wartezeiten bis zur Aufnahme in ein Krankenhaus sind in manchen Fällen unzumutbar lange. Dieses Problem ist erkannt und wird gerade mit Hochdruck bearbeitet.
Hier ist das dänische Gesundheitssystem kurz und knapp beschrieben:
http://www.jobdk.eu/wm252408
Insgesamt fällt dieses System wesentlich kostengünstiger aus, weil es folgende Kostenfaktoren nicht gibt:
Verwaltungswasserköpfe von zig verschiedenen Kassen, Vertriebskostenzahlungen an Vertreter, Bonuszahlungen für PKV-Vorstände, überteuerte Medikament etc.
Die Gesundheitskosten sind steuerfinanziert. So zahlt ein Multimilliardär allerdings mehr wie ein Multimillionär in dieses System ein.
Ist das gerechter wie hierzulande?
In Deutschland zahlt der Milliardär genau den gleichen Betrag wie der Millionär oder jemand mit 60000€ Jahreseinkommen an seinen Versicherungsträger (GKV oder PKV) ein.
Die drei verdienen alle oberhalb der Versicherungspflichtgrenze und werden in unserem System beitragsmässig in einen Topf geworfen.
Ich meine, der eigentliche Unterschied zwischen dem dänischen und dem deutschen Gesundheitssystem sind die unterschiedlichen Ziele:
Die Dänen sehen die Volksgesundheit als Staatsaufgabe.
Die Aufgabe unseres System ist es hingegen, die Kassen der Ärzteschaft, der Krankenhausgesellschaften, der Versicherungen und der Pharmaindustrie maximal zu befüllen.
Volksgesundheit ist in unserem System nicht wirklich von Bedeutung.
Ist Gesundheit unwichtiger wie Profitmaximierung?
Zuletzt geändert von Eumel52 am 28.03.2012, 18:15, insgesamt 1-mal geändert.

Vergil09owl
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AOK meldet sich zur PKV zu Wort

Beitragvon Vergil09owl » 28.03.2012, 08:33

28.03.2012 08:00

Berlin (dpa) - Die private Krankenversicherung (PKV) kommt immer
mehr ins Gerede. Der oberste CDU-Gesundheitsexperte im Bundestag,
Jens Spahn, findet die Trennung zur gesetzlichen Krankenversicherung
(GKV) nicht mehr zeitgemäß. Im Fall eines Wahlsiegs von SPD und
Grünen bei der nächsten Bundestagswahl brächen für die PKV ohnehin

schwere Zeiten an. Der Vorsitzende des AOK-Bundesverbands, Jürgen
Graalmann, fordert in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa in
Berlin gleiche Bedingungen für PKV und GKV.

Viele private Krankenkassen haben Finanzprobleme - was soll aus der
PKV werden?

Graalmann: «Die Lage der PKV ist ganz offensichtlich bedrohlich. Das
hat viele Ursachen. So wie es aussieht, bekommen die Versicherer
diese Krise nicht selbst unter Kontrolle. Es wird stattdessen immer
wieder nach dem Gesetzgeber gerufen. Der soll die vollkommen
überzogenen Provisionszahlungen an die Versicherungsvertreter
begrenzen. Und er soll dafür sorgen, dass die Verhandlungserfolge von
AOK und Co. schlicht auf die Privaten übertragen werden. Von unseren
Erfolgen will die PKV jetzt profitieren, weil sie selbst nicht von
ihrem massiven Kostenproblem runterkommt. In der Folge steigen
Prämien dort auf ein immer höheres Niveau. Aus Umfragen wissen wir,
dass mittlerweile jeder Dritte Privatversicherte gerne in die GKV
wechseln will. Vor diesem Hintergrund halte ich einen einheitlichen
Versicherungsmarkt für die logische Konsequenz.»

Wie könnte das konkret aussehen?

Graalmann: «Auf diesem Marktplatz könnten sich GKV und PKV dem
Wettbewerb um die besten Versorgungsangebote stellen. Dazu gehört
dann auch, dass die Risikoselektion von gesunden Versicherten endlich
in der Versenkung verschwindet. Eines ist ganz klar: Vor gleichen
Rahmenbedingungen für GKV und PKV ist der AOK nicht bange.»

Wenn ein einheitlicher Versicherungsmarkt entsteht - haben die
gesetzlichen Kassen bei den lukrativen Zusatzversicherungen nicht das
Nachsehen?

Graalmann: «Die Versicherten müssen sich auch weiterhin auf ihre
Versicherung verlassen können. Das heißt, sie erhalten hochwertige
und umfassende Leistungen, wenn sie krank werden. Und das unabhängig
vom Einkommen. Wenn das heutige Geschäftsmodell der PKV gescheitert
ist, darf es keine politischen Kompensationsgeschäfte geben. Und:
Ausgangspunkt für Zusatzangebote müssen die Wünsche der Versicherten

sein. Und die wollen ganz einfach Leistungen aus einer Hand und von
einem Partner, dem sie vertrauen. Das können wir mit eigenen
attraktiven Tarifangeboten oder in Kooperationen tun.»

Was soll mit den Rücklagen der PKV passieren?

Graalmann: «Die Rücklagen gehören den Versicherten. Sie haben dafür

höhere Prämien bezahlt als sie tatsächlich an Leistungen bekommen
haben. Wenn der Gesetzgeber künftig den Wechsel von
Privatversicherten zurück in die Solidargemeinschaft der GKV
erleichtern will, ist es nicht einzusehen, dass die Versicherten ihre
Gelder weiterhin dem Versicherungskonzern "zwangsvererben" müssen.
Dieser Fehlanreiz muss weg. Es kann doch nicht sein, dass ein Konzern
gewinnt, wenn ihm die Klientel davonläuft. Das ist sicher auch eine
verfassungsrechtliche Frage.»


http://www.krankenkassen.de/dpa/208260.html

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Beitragvon DKV-Service-Center » 28.03.2012, 09:38

Dann haben es die Bekannten insoweit Gut das Sie nicht Krank sind :-) mal ein paar Infos zum Gesundheitssystem Besonders zu beachten die Finanzierung 8,8 % des BIP es wär mir eine Freude das in Deutschland durch zu setzen wobei es nicht reichen dürfte.

1. Organisation
Dänemark hat ein staatliches Gesundheitswesen. Finanzierung, Planung und Leitung unterliegen komplett den Behörden. Die Gelder für die Leistungen werden über die Einkommensteuer aufgebracht. Es gibt nur eine einzige gesetzliche staatliche Krankenversicherung.
Wer in Dänemark einen Wohnsitz hat und in Dänemark Steuern bezahlt, ist auch in Dänemark krankenversichert. Es sind keine gesonderten KV-Beiträge zu entrichten.
Es gibt 2 Sektoren:
a) Primärsektor: Es handelt sich hier um die Bereich Behandlung und Versorgung, des weiteren um die Prävention.
b) Krankenhaussektor: Hier werden Krankheiten behandelt, die eine besondere Ausstattung und fachärztliche Betreuung und Behandlung bzw. auch Intensivpflege bedürfen.
Jeder Versicherte hat Anspruch auf Krankenhausversorgung und auf die Versorgung im Falle einer Mutterschaft. Die meisten Gesundheitsleistungen sind für den Versicherten unentgeltlich. Gut 80% aller Gesundheitsausgaben trägt der Staat, der Rest sind private Aufwendungen für Arzneimittel, zahnmedizinische Versorgung und Physiotherapie (15%) und Leistungen privater Versicherer.
Damit die Ausgaben nicht unbegrenzt steigen, müssen die Kreistage und Kommunalräte das Leistungs- und das Steuerniveau ausgleichen und festlegen. Staat, Regionen und lokale Behörden handeln daher einmal im Jahr einen festen Finanzrahmen aus.



2 Versicherungsmodelle

Die Dänen (am 16. Lebensjahr) können zwischen 2 verschiedenen Versicherungsmodellen auswählen:
· Hausarztmodell: kein Selbstbehalt für Arzt- und Krankenhauskosten; der Wechsel eines Allgemeinarztes ist nur eingeschränkt möglich – wird ein anderer Arzt gewählt, muss dies der Gemeinde mitgeteilt werden; erhält diese vor Mitte des Monats Bescheid, tritt der Wechsel bereits im kommenden Monat in Kraft. Es kann dann frühestens nach 6 Monaten erst wieder ein Ärztewechsel erfolgen. Für Besuche bei Spezialärzten ist eine Überweisung nötig (Ausnahme: HNO-Arzt, Augenarzt); fast alle Dänen sind über dieses Modell versichert.
· Modell mit freier Arztwahl: Konsultationen beim Spezialisten sind ohne Hinweis durch einen Allgemeinarzt möglich. Bei diesem Modell sind die Ärzte nicht an die vorgegebenen Tarifabkommen mit der Krankenkasse über die Behandlung von 1.-Klasse-Mitglieder gebunden. Der Versicherte muss in Vorkasse treten und erhält beim Einreichen der Rechnungen auch nur den Teil erstattet, den die Kasse für einen Patienten nach o.g. Modell gezahlt hätte. Nur ca. 2% der Dänen sind nach diesem Modell versichert.

Die Behandlung in einem Krankenhaus ist ohne zusätzliche Kostenbeteiligung möglich. Unter allen öffentlichen Krankenhäusern kann der Versicherte frei auswählen, welches er besuchen möchte. Im Internet veröffentlicht das dänische Gesundheitsministerium eine Liste mit Wartezeiten für Operationen. Sollte eine vorgegebene Wartezeit vom Krankenhaus nicht eingehalten werden können, kann der Patient auch in ein privates oder ausländisches Krankenhaus gehen. Es wird daran gearbeitet, die z.T. recht langen Wartezeiten zu verkürzen.




Administration

Es gibt 3 Ebenen – den Staat, die Regionen und die Kommunen, also eine nationale, eine regionale und eine lokale Ebene.

a) Staat: Der Staat hat die Aufgabe, die Ziele der nationalen Gesundheitspolitik zu definieren. Für die Gesetzgebung im Gesundheitsbereich sind das Parlament und das Innen- und das Gesundheitsministerium zuständig. Das Ministerium erlässt zusätzlich auch Richtlinien für die Verwaltung des Gesundheitswesens.
b) Regionen: Es gibt 14 Regionen. Ihre Zuständigkeit bezieht sich auf die Krankenhäuser (Gewährleistung unentgeltlicher Behandlungen) und den Praxissektor. (Ausnahmen: die Krankenhäuser der Kommunen Kopenhagen und Frederiksberg; diese werden von einer besonderen Verwaltungsgesellschaft verwaltet.)
c) Kommunen: Es gibt 275 Kommunen. Sie sind zuständig für die häusliche Pflege, die zahnärztliche Versorgung und für die Vorsorgesysteme für Kinder und Jugendliche. Zuständigkeit besteht auch für die (meisten) Sozialdienste (z.B. Seniorenheime).



Leistungen

· Medizinische Versorgung durch Haus - und Fachärzte (bei privater Krankenversicherung nach Hausarztmodell)
· Teilweise Erstattung bestimmter zahnärztlicher Behandlungen. Unentgeltliche zahnmedizinische Versorgung von Versicherten unter 18 Jahren. Schwerbehinderte Versicherte oder Personen mit außergewöhnlichen bedarf an Zahnartbehandlungen (durch bestimmte schwere Krankheiten ausgelöst) erhalten eine unentgeltliche Versorgung oder eine Versorgung zu verringerten Preis.
· Teilerstattung für bestimmte Behandlungen von Physiotherapeuten, Chiropraktikern, Psychologen und Fußpflegern.
· Erstattungsfähige Arzneimittel (gestaffelter Erstattungssatz von 0 – 85 %)
· Krankenhausaufenthalt; ist nach Entlassung eine Rehabilitationsmaßnahme nötig, ist das Krankenhaus dafür zuständig, zusammen mit der Kommune einen Rehabilitationsplan zu erstellen.
· Versorgung bei Mutterschaft
· Häusliche Pflege
· Präventionsmaßnahmen: Beratung bezüglich Empfängnisverhütung, Vorsorge während Schwangerschaft und Mutterschutz, Impfungen, präventive Hausbesuche für Personen über 75 Jahre (2x jährlich), Präventionsmaßnamen für Kinder und Jugendliche und zahnärztliche Versorgung für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren.


Arbeitsunfallversicherung

Gegen Unfälle, die man während der Arbeit oder in Verbindung mit der Arbeit erleidet, ist man als Arbeitnehmer über seinen Arbeitgeber versichert. Der Arbeitgeber meldet den Arbeitnehmer an, zahl die Beiträge und ist verpflichtet Arbeitunfälle der Versicherung zu melden.


Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
Bei Krankheit muss der Arbeitgeber bis zu zwei Wochen den vollen Lohn weiterzahlen (jedoch max. 2758.- DKK). Ab der 3. Woche zahlt die Lohnausfallentschädigung dann die jeweilige Kommune. Man muss jedoch mindestens bereits 13 Wochen beschäftig gewesen sein und während dieser 13 Wochen mindestens 120 Stunden gearbeitet haben.
Es gibt einige Ausnahmefälle, z.B. bei einigen Berufskrankheiten, die den Arbeitgeber dazu verpflichten, bis zu 4 Monate Krankengeld zu bezahlen. Der Arbeitnehmer muss seinem Arbeitgeber einen Krankheitsfall unverzüglich melden, da sonst kein Anspruch auf Krankengeld oder Lohnfortzahlung besteht.
Selbständige haben einen Anspruch auf Krankengeld nach andauernder 3-wöchiger Krankheit. Es wird dabei alljährlich neu festgelegt, wie hier die Maximalbeträge sind.


Zahlen (aus 2003)

Dänemark hat ca. 5,4 Mio Einwohner. Die Lebenserwartung liegt bei Männern bei 74,9 Jahren und bei Frauen bei 79,5 Jahren. Die Säuglingssterblichkeit (je 1000 Lebendgeborene) liegt bei 1,8. Auf einen Arzt kommen 285 Einwohner, auf einen Zahnarzt kommen 839 Einwohner. 2002 betrugen die öffentlichen Ausgaben für das Gesundheitswesen 8,8 % des BIP.

Frank
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Beitragvon Frank » 28.03.2012, 10:11

Das mit der freien Krankenhauswahl stimmt so nicht. Du musst in das Krankenhaus fahren, das zu deiner Kommune gehört, selbst wenn ein anderes näher liegt. Das haben wir selbst in Dänemark erlebt. Und dann wartest du wirklich stundenlang bis du im Krankenhaus endlich einen Arzt siehst. Das System in Dänemark hat Vor- und Nachteile, aber die Versorgung in Deutschland ist um Längen besser und das auch für gesetzlich Versicherte. Trotzdem würde ich jederzeit nach Dänemark ziehen. :-)

Bernd50
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Beitragvon Bernd50 » 28.03.2012, 10:42

Hallo DKV-Service-Center,
Hallo Frank.

wie aus euren Erklärungen dargestellt, hat man am Beispiel Dänemark den Eindruck dass es eine funktionierend Organisation gibt.
Bei uns in Deutschland hat man das Empfinden dass die Organisation allein der Gesundheitslobby überlasssen wird.
Es mag ja durchaus sein, dass ein Teil der PKV Versicherten mit ihrer versicherung zufrieden ist.
Ich jedenfalls habe kein Vertrauen mehr zu einem System, dass immer zuerst bei Beanstandungen mit Handeln anfängt.

Eumel52

Beitragvon Eumel52 » 28.03.2012, 17:06

DKV-Service-Center hat geschrieben:Dann haben es die Bekannten insoweit Gut das Sie nicht Krank sind :-)

Was Sie da schreiben ist doch mal wieder völlig haltloser Unsinn:
Meine Verwandten in Dänemark waren sogar ernsthaft erkrankt und in langwieriger ärztlicher Behandlung. Inzwischen sind sie wieder kerngesund.
Dabei haben sie immer alles bekommen, was nötig war.
In Deutschland wäre eine derartig umfassende Behandlung gar nicht möglich gewesen, da unsere Ärzte vorwiegend mit Abrechnungsformalitäten beschäftigt sind.
So sieht ein leistungsstarkes Gesundheitssystem aus:
http://www.woz.ch/0708/einheitskasse/da ... -daenemark
Da schaut unser "Gesundheitssystem", welches in Wahrheit nur eine Lobbyinteressenvertretung ist, ganz schön alt aus.
Uns helfen keine weiteren Reförmchen, wir brauchen einen radikalen Umbau mit ersatzloser Abschaffung der PKVs als Vollversicherung.
Die PKVs sind durch ihre irrwitzigen Beitragserhöhungen endgültig und unwiderruflich gescheitert.
Dagegen hilft auch ihre derzeitige Propagandawelle (55€/Monat) nichts mehr.
PKVs haben das Vertrauen ihrer Kunden vollständig verloren. Manche müssen darum "Ich vertrau der PKV" auf jedes Propagandamaterial drucken.
Zuletzt geändert von Eumel52 am 28.03.2012, 17:46, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon DKV-Service-Center » 28.03.2012, 17:40

die propagandawelle sind für solche Menschen gemacht ich drück es mal Vorsichtig aus so wie Sie :-)

Sie haben deutlich gesagt und wiederholen es Gebetsmülenartig das Sie mit Ihrer Krankenversicherung unzufrieden sind. Das ist ein Fehler welchen Sie begangen haben,
Sie haben noch nicht einmal gefragt welchen Fehler Sie begangen haben, sondern schimpfen auf Gott und die Welt.
Das Ihre Bekanten alles bekommen haben und das Sie wieder gesund sind freut mich für die Bekanten,
es lässt aber keine Rückschlüsse auf die Funktionalität des dortigen Gesundheitssystems zu.
Sie können mir glauben auch in Deutschland mit Ihrer FDP und Pharmalobby und Ärzten welche sich an Ihnen bereichern, kommt es zu solchen Erfolgen :-)

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Beitragvon PKVLaie » 28.03.2012, 17:55

Ich finde es schon interessant, sich einmal näher anzusehen, wie andere - insbesondere EU- Staaten das Problem angehen.
Über die GB-Lösung liest man ja meist negatives.
Aber die Niederlande hatten da ja auch einen Systemwechsel, von dem ich bislang positives gelesen habe.

Und das dänische Modell scheint zumindest kostengünstiger als unseres hier zu sein, so das auch eher Freiraum für Zusatzversicherungen bleibt.

Was mich am hier geposteten Leistungskatalog allerdings irritiert ist die Angabe "Erstattungsfähige Arzneimittel (gestaffelter Erstattungssatz von 0 – 85 %) ".
Soll das heißen, man hat dort auch bei sehr teuren Medikamenten mindestens 15 % Eigenanteil, ohne Deckelung?
Das wäre schon ein erhebliches Kostenrisiko, das kann ich mir eigentlich kaum vorstellen.

Eumel52

Beitragvon Eumel52 » 28.03.2012, 18:06

PKVLaie hat geschrieben:Soll das heißen, man hat dort auch bei sehr teuren Medikamenten mindestens 15 % Eigenanteil, ohne Deckelung?
Das wäre schon ein erhebliches Kostenrisiko, das kann ich mir eigentlich kaum vorstellen.


Die Deckelung für den Eigenanteil beträgt in Dänemark 70€ pro Jahr.
Das ist weniger als 1/120 meines jährlichen PKV-Beitrages.
Der Eigenanteil soll die Bürger anreizen, sich nur sinnvolle Medikamente zu besorgen.
Durch die Deckelung werden chronisch Kranke nicht überlastet.

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Beitragvon addicted to fly » 28.03.2012, 19:14

Nach meiner Empfindung gibt es im dänischen Modell sowohl Vorteile (speziell bei Schwangerschaft, Geburt und Säuglingsbetreuung) sowie auch gravierende Nachteile (Hausarztbindung, nicht genügend Krankenhausplätze und Zahnarzt- und Zahnerstattung).

Die Kinderbetreuung inkl. der Impfungen klappt hervorragend und ist kostenlos. Hin und wieder wird eine kleine Zuzahlung bei Medikamenten fällig. Da habe ich noch kein Muster erkannt, wann es beim Kind gezahlt wird und wann nicht. Die Betreuung läuft über den Hausarzt; für den Kinderarzt wird eine Überweisung fällig oder es wird selbst gezahlt (in unserem Fall jeweils ~1500,- DKK/Besuch (~200,- EUR).

Wenn man dem Hausarztmodell zugehörig ist, gibt es immer eine Basisversorgung (Kostenkontrolle). Falls ein Spezialist benötigt wird, sind enorme Wartezeiten (bis zu 3 Monaten) möglich. FALLS der Patient selbst zahlen möchte, findet der gleiche Arzt fast immer in der gleichen Woche einen Termin... Klingt bekannt, oder?

Zahnarzt bzw. Zahnersatz ist der extrem schwache Punkt in DK. Hier zahlt der Patient in jedem Fall mindestens 50% der Kosten.

Fazit: Schnelle und gute Behandlung ist in DK möglich. Das Selbstzahlermodell setzt sich mehr und mehr durch (in Form von Zusatzversicherungen). Private Praxen und Kliniken schiessen wie Pilze aus dem Boden, da mehr und mehr Dänen bereit sind, privat für die Behandlung zu zahlen. In vielen Unternehmen ist die "private KV" mittlerweile zu einem Lohnbestandteil geworden, da die Steuern so hoch sind, dass AG + AN nach Win-win-Lösungen suchen, um den mehr Netto vom Brutto zu bekommen.

Eumel52

Beitragvon Eumel52 » 28.03.2012, 19:36

PKVLaie hat geschrieben:Ich finde es schon interessant, sich einmal näher anzusehen, wie andere - insbesondere EU- Staaten das Problem angehen.

Hier kann man sich die verschiedenen Systeme der anderen EU-Staaten ansehen:
http://www.aok-bv.de/politik/europa/
Ich konnte kein anderes Land finden, in dem ein Rentner gezwungen werden kann, mehr KV-Beitrag zu bezahlen wie er Rente bekommt.
Das erlaubt sich nur unser lobbygesteuertes deutsches PKV-System.
Es besteht aber Hoffnung:
Die EU darf ins gesundheitspolitische Geschehen eingreifen, wenn die betreffenden Angelegenheiten nicht auf einzelstaatlicher Ebene gelöst werden können.
Es könnte also zu einem EU-Verbot der PKV-Vollversicherung kommen, wenn unsere deutschen Regierungen das nicht schaffen.
Zuletzt geändert von Eumel52 am 28.03.2012, 20:04, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon DKV-Service-Center » 28.03.2012, 20:04

Ich stelle den Antrag Eumel52 dauerhaft auszu schließen es ist nicht mehr auszuhalten.
Begründung: Die Aussage:
Ich konnte ich kein anderes Land finden, in dem ein Rentner gezwungen werden kann, mehr KV-Beitrag bezahlen wie er Rente bekommt.
Das erlaubt sich nur unser lobbygesteuertes deutsches PKV-System.

es reicht

Eumel52

Beitragvon Eumel52 » 28.03.2012, 21:07

Da ich die Rechtschreibung weitgehend beherrsche, werde ich jetzt Einzelbriefe an unsere 620 Bundestagsabgeordnete schicken.
Ich bin eloquent genug, um meine Gedanken zu unserem Gesundheitssystem und zur PKV-Abzocke so spannend zu formulieren, dass diese Briefe nicht in Vorzimmern enden werden, sondern die Damen und Herren Abgeordnete überwiegend persönlich erreichen werden.
Auf dieses Idee hat mich jemand gebracht, der nicht will, dass ich hier in diesem Forum noch was schreiben darf.
Das Porto für 620 Briefe wird geringer ausfallen wie mein halber PKV-Monatsbeitrag.

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Beitragvon PKVLaie » 29.03.2012, 01:35

DKV-Service-Center hat geschrieben:Ich stelle den Antrag Eumel52 dauerhaft auszu schließen es ist nicht mehr auszuhalten.
Begründung: Die Aussage:
Ich konnte ich kein anderes Land finden, in dem ein Rentner gezwungen werden kann, mehr KV-Beitrag bezahlen wie er Rente bekommt.
Das erlaubt sich nur unser lobbygesteuertes deutsches PKV-System.

es reicht


Eumel mag zwar nervig sein, aber Zensur löst keine Probleme.
Ich bin der Meinung, ein Forum muß auch Fundamentalkritik aushalten, auch wenn sie nicht immer sachlich ist.
Es steht jedem frei, ihn inhaltlich zu widerlegen!

Frank
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Beitragvon Frank » 29.03.2012, 09:56

Man muss ja auch nicht auf alles eingehen. Dieses Geschreibe hier ist Zeitverschwendung und ändert gar nichts.


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