Basistarif oder Standardtarif

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russi
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Basistarif oder Standardtarif

Beitragvon russi » 11.04.2015, 13:29

Hallo, ich bin zur Zeit bei der Hanse Merkur privat versichert.
Für das Rentenalter kann mann doch in den Basis- oder Standardtarif wechseln.
Gibt es hierfür eine gesetzliche Definition wann das Rentenalter beginnt?

Sprich ich habe mir ein paar Euros auf die hohe Kante gespart, bin nicht gesetzlich sozialversichert und bekomme auch keine Rente.

Möchte aber evtl. schon ein paar Jahre früher aufhören zu arbeiten. Sagen wir mal mit 55 Jahren. Kann ich dann in den Basistarif wechseln? Kann man auch schon früher in den Basistarif wechseln, wenn man noch berufstätig ist?

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Beitragvon Rossi » 13.04.2015, 08:28

Nun ja, der Tarifwechsel ist in § 204 VVG geregelt.

Anspruch auf den Basistarif hast Du wenn,

- Du das 55. Lebensjahr vollendet hast
- unterhalb des 55. Lebensjahres bei Beantragung oder Bezug einer Erwerbsminderungsrente (bzw. ähnlich)
- Vertragsabschluss nach dem 01.01.2009 (unabhängig von Alter und Rente)
- Du hilfebedürftig nach dem SGB II oder SGB XII wirst

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Beitragvon PKVLaie » 21.04.2015, 17:25

Ergänzen möchte ich, das Standardtarif und Basistarif nicht dasselbe sind.

Die Leistungen sind ähnlich, unterscheiden sich aber im Detail.
Der Standardtarif ist in der Regel erheblich günstiger als der Basistarif, setzt aber - unter anderem - vorraus, das die Versicherung vor 2009 abgeschlossen wurde.

Eine Beschreibung der Leistungen und Vorraussetzungen findet sich hier:

http://www.private-krankenversicherung.de/downloads/standardtarif.pdf

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Re:

Beitragvon sct » 30.09.2016, 10:55

Hallo,

PKVLaie hat geschrieben:Der Standardtarif ist in der Regel erheblich günstiger als der Basistarif...
http://www.private-krankenversicherung.de/downloads/standardtarif.pdf

--> Danke, ich habe mir das durchgelesen. Du schreibst das der Standardtarif günstiger ist als der Basistarif. Im Flyer steht aber das der Beitrag nicht den Maximalbetrag der GKV überschreiten darf. Das ist doch aber bei dem Basistarif auch so!? Somit wären die gleich teuer, nehme ich an. Oder anders gefragt: Wie hoch ist der regelmässige Beitragssatz im Standardtarif? Und dann noch: Mit welchen Tarif hat man mehr Schwierigkeiten beim Arzt?

Ciao
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Re: Basistarif oder Standardtarif

Beitragvon sct » 12.12.2018, 17:17

Hallo,

zwei Jahre später würde ich hier mal nochmal mir selbst antworten wollen, da seitdem nicht auf meine Frage im letzten Post eingegangen wurde:
Mit welchem Tarif hat man beim Arzt mehr Schwierigkeiten? Ich habe öfter gelesen dass einige Ärzte die Behandlung verweigern oder regelmässig höhere Rechnungen stellen als man erstattet bekommt wenn man im Baistarif versichert ist. Deshalb sollte man den Arzt vor der Behandlung informieren wenn man im Basistarif versichert ist. Ist das Procedere beim Standardtarif auch so?

Angenommen für einen Versicherten würden beide Tarife gleich viel kosten (z.B. ab 01/2019 769,-€), welcher Tarif wäre dann die bessere Wahl?

Anmerkung: Wenn man (viel) Beitragszuschlag zahlt, werden beide Tarife (Basistarif / Standardtarif) in etwa gleich viel kosten, nämlich den Höchstsatz der GKV.

Ciao
SCT

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Re: Basistarif oder Standardtarif

Beitragvon PKVLaie » 21.02.2019, 23:31

Ich kann hinsichtlich der Akzeptanz keine Erfahrung beisteuern, da ich noch in einem "normalen" PKV Tarif bin.
Aber der Standardtarif zahlt höhere Sätze als der Basistarif, insofern sollte er von Ärzten tendentiell eher akzeptiert werden.
Es gibt im Detail Leisungsunterschiede, die je nach Bereich im Basis- oder im Standardtarif besser geregelt sind. Insgesamt sind aber beide m.E. ziemlich GKV-ähnlich.
Der Hauptunterschied ist der Beitrag: Der Standardtarif ist deutlich günstiger.
Es gibt ihn aber nur in der Bisexwelt, wenn man in die Unisexwelt gewechselt ist, oder dort begonnen hat, kann man m.W. nicht mehr in den Standardtarif wechseln.

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Re: Basistarif oder Standardtarif

Beitragvon sct » 28.02.2019, 13:11

PKVLaie hat geschrieben:Der Hauptunterschied ist der Beitrag: Der Standardtarif ist deutlich günstiger.

Das gilt aber wohl nur dann wenn man in seinem vorherigen Vollversicherungstarif keine Beitragszuschläge zahlen mußte. Denn im Basistarif dürfen keine Beitragszuschläge erhoben werden.

PKVLaie hat geschrieben:Es gibt ihn aber nur in der Bisexwelt, wenn man in die Unisexwelt gewechselt ist, oder dort begonnen hat, kann man m.W. nicht mehr in den Standardtarif wechseln.

Das wäre aber eine üble Falle und das kann ich eigentlich gar nicht so glauben und würde das so erstmal in Frage stellen ob das so korrekt ist.

Ciao
SCT

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Re: Basistarif oder Standardtarif

Beitragvon PKVLaie » 12.03.2019, 16:50

Also der Preisunterschied ist nach den Beispielen von denen ich gelesen habe ziemlich drastisch.
Da lag der Standardtarif meist um 200 EUR.
Aber klar, solltest Du einen Risikozuschlag > 500 EUR haben, kommt es vielleicht auf das gleiche raus.

Das andere ist m.W. leider Fakt: Der Standardtarif ist nur als Bisextarif kalkuliert. Er steht ja sowieso nur den vor 2009 PKV-Versicherten offen.
Und er ist branchenweit einheitlich kalkuliert, d.h. eine zusätzliche Unisexkalkulation müsste der PKV-Verband entscheiden. Das wird er für die Versicherten, die in neuere Tarife gewechselt sind (meist um Geld zu sparen, und nicht wirklich gerne gesehen von den PKV-Unternehmen) eher nicht freiwillig tun.
Aber vielleicht wird er igendwann gerichtlich dazu gezwungen, das kann ich natürlich nicht ausschließen.

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Re: Basistarif oder Standardtarif

Beitragvon Merger » 20.02.2020, 14:49

Ist zwar schon eine Weile her, aber ich schreibe hierzu doch mal etwas.

Den Standardtarif bekommen nur Versicherte die noch in Verträge der BI-SEX-Welt und zwar vor 2009 PKV-Versichert waren. Hier gelten auch Anwartschaftsversicherungen.
Manche Versicherungsvermittler (Vertreter wie auch Makler) empfehlen, Altverträge in die Uni-Sex-Welt umzustellen, was meiner Meinung nach einer Falschberatung gleich kommt. Denn diese haben keine Möglichkeiten mehr in den Standardtarif zu kommen.

Die Leistungsunterschiede vom Standard, bzw. Basistarif kann man sich auf den Internet-Seiten des PKV-Verbandes anschauen.

https://www.pkv.de/service/broschueren/ ... dingungen/

Die Beiträge im Basistarif richten sich nach dem Höchstbeitrag der gesetzlichen Krankenkasse.

Neue PKV-Versicherte haben derzeit keine Möglichkeit in den Standard-Tarif zu kommen, wobei unsere Politiker diesen Tarif für jeden einführen möchten. Warten wir mal ab, ob da noch mal etwas kommt.

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Re: Basistarif oder Standardtarif

Beitragvon Volker28 » 02.02.2021, 15:35

Hallo,

was immer gerne vergessen wird: Bis auf wenige Ausnahmen kann zu dem Standarttarif keine stationäre Zusatzversicherung für die privatärztliche Behandlung und besondere Unterkunft abgeschlossen werden.

Im Basistarif aber möglich.

Deshalb ist die Aussage der Unterstellung der Falschberatung beim Anraten zum Wechsel von der Bisexwelt in die Unsisexwelt schon bedenklich!

Wenn alle Informationen vorliegen, sollte der Versicherte eine Entscheidung treffen.

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Re: Basistarif oder Standardtarif

Beitragvon RolandPKV » 02.02.2021, 15:50

Warum sollte ein langjährig Versicherter auf die Idee kommen, in den Basistarif zu wechseln (für den ja eigentlich immer der GKV-Höchstbeitrag fällig wird) und außerdem eine Zusatz-Versicherung abzuschließen? Da sind ja die Normaltarife günstiger und leistungsstärker.

Ein Wechsel in den Standard-Tarif wird ja wohl nur dann erwogen/gemacht, wenn es um die Reduzierung des monatlichen Beitrags geht.

DietrichF
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Re: Basistarif oder Standardtarif

Beitragvon DietrichF » 02.02.2021, 18:41

Bis auf wenige Ausnahmen kann zu dem Standarttarif keine stationäre Zusatzversicherung für die privatärztliche Behandlung und besondere Unterkunft abgeschlossen werden.


Und wenn man den Standardtarif aus Gründen der Kostenersparnis wählt (und nicht gerade verarmt ist), kann man die besondere Unterkunft im Ein- oder Zweibettzimmer locker aus eigener Tasche bezahlen.

DietrichF

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Re: Basistarif oder Standardtarif

Beitragvon eastman » 04.02.2021, 14:44

Zitat:"Was immer gerne vergessen wird: Bis auf wenige Ausnahmen kann zu dem Standarttarif keine stationäre Zusatzversicherung für die privatärztliche Behandlung und besondere Unterkunft abgeschlossen werden."
Ja, ähhh, nein. Jeder gesunde Versicherte im Standard-Tarif kann ergänzend 2-Bett mit privatärztlicher Behandlung absichern. Da gibt es einige Versicherer, die dies ermöglichen mit einer privaten Vorversicherung bei einem anderen Versicherer. Deshalb teile ich auch die Einschätzung, dass der Wechsel von bisex in unisex ohne Hinweis auf den fehlenden Standardtarif den Tatbestand einer falschen oder zumindest unvollständigen Beratung erfüllt.
Insofern kann der Wechsel in den Standardtarif mit Zusatzversicherungen (bei anderen Gesellschaften) sehr wohl eine Option sein. Muss man aber sehr individuell betrachten, berechnen und auch anfragen - und an individueller Beratung krankt es ja meist....


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