Wechsel von PKV in GKV durch zeitweise Arbeitszeitreduzierung möglich?

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CL69
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Wechsel von PKV in GKV durch zeitweise Arbeitszeitreduzierung möglich?

Beitragvon CL69 » 26.09.2017, 14:14

Hallo,

ich wende mich an das Forum, weil ich trotz Suche im Netz zu meinem Anliegen noch nicht die 100%ige Antwort gefunden habe.

Ich bin aktuell in der PKV versichert und möchte aber gerne wieder zurück in die GKV.
Da ich noch unter der Altersgrenze von 55 bin (aktuell 48J) dachte ich an eine temporäre Gehaltsreduzierung durch Stundenreduzierung.

Im Netz habe ich von der Möglichkeit gelesen das es reicht nur einige Monate den Monatslohn zu reduzieren, da sofort nach Änderung des Monatsgehalt eine neue Jahresendgeldberechnung gemacht werden muss.
Auf der Basis des dann niedrigeren Monatsgehalt fällt man dann wieder in die Versicherungspflicht der GKV.
Wenn dann nach z.b. 3 Monaten das Gehalt wieder ansteigt liegt man natürlich wieder über dieser Grenze aber kann ja dann als freiwillig Versicherter in der GKV bleiben.

Nun meine Frage, stimmt das wirklich so, also reichen wirklich nur 2-3 Monate Gehaltsreduzierung aus, um den Wechsel wieder zurück zur GKV durchzubekommen?

Grüße
Carsten

Czauderna
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Re: Wechsel von PKV in GKV durch zeitweise Arbeitszeitreduzierung möglich?

Beitragvon Czauderna » 26.09.2017, 15:01

Hallo,
ja, theoretisch genügt schon 1 Tag Pflichtversicherung in der GKV um anschließend seine Mitgliedschaft als "freiwillig versichert" fortzusetzen.
Wenn der Arbeitgeber mitspielt und diese "Aktion" auch einer Betriebsprüfung durch die Rentenversicherung standhalten würde (wenn es denn eine gäbe und genau dieser Fall in der Prüfung wäre), dann funktioniert das in der Praxis etwa folgendermaßen - Beispiel: Arbeitnehmer vereinbart mit Arbeitgeber
zum 1.4. des Kalenderjahres die Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit und wird demzufolge ab 01.04. krankenversicherungspflichtig (48 Jahre).
Er such sich die GKV-Kasse XYZ aus und beantragt dort die Mitgliedschaft - Die Krankenkasse fragt natürlich auf dem Aufnahmeantrag nach der Vorversicherung, der Arbeitnehmer gibt dort "PKV" und dann natürlich auch seinen Arbeitgeber und seit wann der dort beschäftigt ist. Die Krankenkasse schickt nun eine Mitgliedsbescheinigung nach § 175 SGB V an den Arbeitgeber - dieser nimmt daraufhin die Anmeldung nach Datenübermittlungsverordnung (DEÜV) als kranken-,Renten-,Arbeitslosen- und Pflegeversicherungspflichtiger vor. Unter Vorlage einer entsprechenden Bescheinigung seiner neuen Krankenkasse kündigt der Arbeitnehmer seine PKV-Versicherung zum 31.03. des Jahres. Wenn nun i Lauf des Kalenderjahres die Arbeitszeit wieder angehoben wird und von daher au8ch das Gehalt wieder steigt und die Krankenversicherungspflichtgrenze des nächsten Jahres überstiegen wird, dann meldet der Arbeitgeber den Arbeitnehmer aus der Kranken- und Pflegeversicherungspflicht zum 31.12. des Jahres wieder ab.
Der Arbeitnehmer kann nun entweder wieder in die PKV zurück oder er versichert sich in der GKV freiwillig weiter. Die einstmals geforderte Vorversicherungszeit von 12 Monaten gilt hier nicht mehr.
Gruss
Czaudern

CL69
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Re: Wechsel von PKV in GKV durch zeitweise Arbeitszeitreduzierung möglich?

Beitragvon CL69 » 27.09.2017, 12:22

Hallo,

danke für die schnelle und ausführliche Antwort.
Das hört sich doch erstmal gut an.

Noch ein paar kleine Fragen.
Wird das Jahresentgeld dann mit dem reduzierten Gehalt ab 01.04 auf 12mon hochgerechnet?
Oder gehen die ersten 3 Monate mit dem regulärem Gehalt noch mit in die Jahresberechnung ein?

Muss ein bestimmtes Schriftstück seitens der Firma vorliegen und muss dort auf den Inhalt geachtet werden?
Also z.B. reicht es eine schriftliche Vereinbarung mit meinem Arbeitgeber zu treffen, wo drin steht das für den AN xy die wöchentliche Arbeitszeit vom 01.04.2018-01.07.2018 auf x Wochenstunden reduziert wird oder muss drinstehen das die Reduzierung unbefristet ist?

Gruß
Carsten

Czauderna
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Re: Wechsel von PKV in GKV durch zeitweise Arbeitszeitreduzierung möglich?

Beitragvon Czauderna » 27.09.2017, 14:45

Hallo,
es zählt, wie der Begriff schon sagt, das Jahresarbeitsentgelt (JAE), also von Jan bis Dezember, denn es muss ja auch schon die Jahresentgeltgrenze vom nächsten Jahr überschritten werden-. Würde ein Beschäftigungsverhältnis erst ab 01.04. beginnen, dann würde auch auf 12 Monate hochgerechnet - so kenne ich es jedenfalls noch.
Was die Modalitäten mit dem Arbeitgeber angehen - wie ich schon sagte, wenn eine Betriebsprüfung durch den Rentenversicherungsträger kommt und der Prüfer genau deinen Fall prüfen wird, dann muss aus den Unterlagen beim Arbeitgeber "wasserdicht" hervorgehen, dass das alles nachvollziehbar und korrekt gelaufen ist, d.h. wenn das nicht der Fall ist, dann könnte seitens der Prüfung das Eintreten der Krankenversicherungspflicht angezweifelt werden und wenn es dann ganz dumm läuft, wärst du wieder draußen aus der GKV. So einen Fall hatte ich auch schon in der Praxis, aber da hatten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer auch wirklich mehr als doof angestellt - dem Prüfer zu sagen, dass man dem Arbeitnehmer wieder in die GKV verhelfen wollte und deshalb einfach nur die Meldungen gemacht hat, aber im Gehaltskonto nix vermerkt, ja noch nicht einmal ein vermindertes Gehalt eingetragen hatte, da gab es keine andere Lösung.
Gruss
Czauderna


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