Erstmals verbeamtet, PKV Fragen

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dal
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Erstmals verbeamtet, PKV Fragen

Beitragvon dal » 28.12.2017, 05:40

Hallo,

folgende Situation:

* Alter: 41, ledig, keine Kinder
* KV: Bisher immer GKV (freiwillig)
* Zum 1.3.18 wechsel ich den Arbeitgeber und werde erstmals verbeamtet (50% Beihilfe)

Ich spiele mit dem Gedanken mich privat zu versichern. Jedoch blicke ich (noch) nicht so richtig in dem ganzen PKV Jungle durch und hoffe hier auf einige Denkanstösse.

Seiten wie check24 berücksichtigen viele Parameter nicht, so dass die Preise höchstens Richtwerte sein können. Bei mir werden z.B. bei einigen Versicherungen ca. 260 Euro ausgegeben. Die GKV würde mich 770 Euro (Höchstsatz) kosten, also 510 Euro mehr als die PKV. Das finde ich sehr attraktiv.

Meine Fragen:

1. Ich habe eine gutartig vergrösserte Prostata und nehme täglich eine Tablette und gehe deswegen 1-2 Mal im Jahr zur Kontrolle zum Urologen. Darüber hinaus habe ich Parodontitis (dagegen mache ich auf eigene Kosten regelmässig eine professionelle Zahnreinigung, um den Fortschritt zu stoppen) und leicht erhöhtes Cholesterin (bisher war deswegen noch kein Arzt besorgt und soll auch nix dagegen nehmen, nur mehr Sport machen und auf die Ernährung achten).
Was mich interessiert: Sind das Risiken, welche den PKV Beitrag erhöhen würden? Falls ja: Wie würde sich das in etwa auswirken (wenigstens ganz grob, bitte)?

2. Wie kann ich abschätzen, wie sich der Beitrag im Alter entwickeln wird? Reden wir über Größenordnungen von 500 Euro oder 1000 Euro oder noch mehr?

3. Im ersten Jahr werde ich auf Probe verbeamtet. DIe Regel ist dann der Übergang ins Beamtentum auf Lebenszeit. Ist es trotzdem sinnvoll in diesem Jahr in den sauren Apfel zu beissen und erstmal in der GKV zu bleiben, bis die Verbeamtung auf Lebenszeit durch ist?

4. Wo finde ich kompetente und unabhängige Berater, die mir helfen die perfekte PKV zu finden? Im Internet finde ich massig Seiten, aber ich kann nicht einschätzen wie seriös sie sind. Überall soll ich gleich meine Adresse eingeben und würde dann kontaktiert ...

(5. Warum gibt es im Internet keine gescheiten Online-Rechner für PKV Tarife (zumindest ohne Berücksichtigung des Risikozuschlags)?)

Viele Grüße
Dal

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Re: Erstmals verbeamtet, PKV Fragen

Beitragvon Frank » 28.12.2017, 09:18

Hallo,

bei Antragstellung muss man die Gesundheitsfragen gemäß dem jeweiligen Antrag des Versicherers beantworten.
Dann wird der Antrag angenommen oder es kommt ein Angebot mit Risikozuschlag.

Wenn jemand erstmalig verbeamtet wird und Vorerkrankungen hat, dann kann man mit Hilfe der Öffnungsaktion sich mit einem maximalen Risikozuschlag von 30% (max. 100% auf Wahlleistung wie 1-Bettzimmer usw). versichert werden. Das wäre immer noch günstiger als in der GKV und die Leistungen sind besser.

Wie sich die Beiträge im Alter entwickeln kann niemand sagen. Aber es gibt im Alter auch die Möglichkeit in Tarife zu wechseln, die im Beitrag gedeckelt sind. Außerdem gibt es als Pensionär 70% Beihilfe.

Im Internet sind die meisten Seiten nur dafür da um Adressen zu generieren, die verkauft werden. Die wenigsten Seiten stammen von Vermittlern die tatsächlich auch eine Beratung geben können.

Frank

dal
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Re: Erstmals verbeamtet, PKV Fragen

Beitragvon dal » 28.12.2017, 14:37

Danke für Deine Antwort.

Meine Frage Nr. 3 habe ich nicht deutlich genug formuliert. Daher versuche ich es nochmal:
Ich wechsel den Arbeitgeber und werde erstmals verbeamtet. Dies ist auch ein neuer Job mit neuen Aufgaben etc. Ich bin mir noch nicht sicher, ob mir dieser Job zusagen wird. Dazu kommt die einjährige Probezeit. Ich möchte mir gerne die Option offen lassen, wieder zurück in die freie Wirtschaft zu wechseln, falls mir dieser Beamtenjob nicht zusagt.
Ist es vor diesem Hintergrund ratsam, erstmal weiterhin in der GKV zu bleiben (mit den höheren Beiträgen), bis ich mir sicher bin, dass mir dieser Job auch gefällt, da es später nicht so einfach möglich ist zurück zur GKV zu wechseln? Denn falls ich den Beamtenjob aufgebe, habe ich die PKV mit den hohen Beiträgen ohne Beihilfe an der Backe. Würde ich von einem Arbeitgeber in der freien Wirtschaft Zuschüsse zur PKV bekommen (so wie ich jetzt fast die Hälfte zur freiwilligen GKV bekomme)?

Wie finde ich einen kompetenten und unabhängigen Berater, der mich in diesen Angelegenheiten gut beraten kann?

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Re: Erstmals verbeamtet, PKV Fragen

Beitragvon Czauderna » 28.12.2017, 14:58

Hallo,
wenn du nach deiner Beamtentätigkeit wieder eine Arbeitnehmertätigkeit aufnehmen würdest, welche Kranken-versicherungspflichtig wäre, dann müsstest du sogar wieder in die GKV. - anders sehe es aus, wenn du sofort wieder so viel verdienen würdest und aus diesem Grunde nicht krankenversicherungspflichtig bist.
Gruss
Czauderna

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Re: Erstmals verbeamtet, PKV Fragen

Beitragvon dal » 28.12.2017, 16:54

Czauderna hat geschrieben:Hallo,
wenn du nach deiner Beamtentätigkeit wieder eine Arbeitnehmertätigkeit aufnehmen würdest, welche Kranken-versicherungspflichtig wäre, dann müsstest du sogar wieder in die GKV. - anders sehe es aus, wenn du sofort wieder so viel verdienen würdest und aus diesem Grunde nicht krankenversicherungspflichtig bist.


Ich gehe davon aus, dass ich wieder so viel verdienen würde, dass ich NICHT krankenversicherungspflichtig sein würde. Das ist ja genau mein Dilemma. Das heisst würde ich den Beamten-Job hinschmeissen und eine Arbeitnehmertätigkeit ausüben, dann wäre ich an die PKV gekettet.

Daher meine Fragen:
* Ist es vor diesem Hintergrund ratsam, erstmal weiterhin in der GKV zu bleiben (mit den höheren Beiträgen), bis ich mir sicher bin, dass mir dieser Job auch gefällt, da es später nicht so einfach möglich ist zurück zur GKV zu wechseln?

* Würde ich von einem Arbeitgeber in der freien Wirtschaft Zuschüsse zur PKV bekommen (so wie ich aktuell von meinem Arbeitgeber fast die Hälfte meines monatlichen Beitrags zur freiwilligen GKV bekomme)?

* Wie finde ich einen kompetenten und unabhängigen Berater, der mich in diesen Angelegenheiten gut beraten kann?

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Re: Erstmals verbeamtet, PKV Fragen

Beitragvon Czauderna » 28.12.2017, 18:42

Hallo,
einen Zuschuss zu deinem PKV-Beitrag bekommst du von jedem Arbeitgeber (SGB V § 257) - in 2017 waren das maximal 317,55 € (maximal 50% des tatsächlichen Beitrags). Als ehemaliger GKV-Angestellter rate ich dir (natürlich) in der GKV zu verbleiben, das ist zwar ein kompetenter Rat aber nicht so ganz unabhängig - grins. Es ist schwierig, einen solchen Ratgeber zu finden - ich wüsste zwar einen, mache aber hier keine Werbung und außerdem nimmt der Geld für seinen Rat.
Gruss
Czauderna

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Re: Erstmals verbeamtet, PKV Fragen

Beitragvon dal » 28.12.2017, 18:48

Die Ersparnis der PKV wäre für mich aber erheblich (ca. 6000 Euro im Jahr bei besseren Leistungen). Das ist kein Kleinkram, den ich einfach so wegstecke.

Geld für eine gute Beratung zu zahlen, ist nicht das Problem. Immerhin ist das eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen. Also falls Du mir eine private Nachricht schicken möchtest ... *zwinker

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Re: Erstmals verbeamtet, PKV Fragen

Beitragvon Frank » 28.12.2017, 22:29

Zur Frage 3

Die Öffnungsaktion wäre nur innerhalb von 6 Monaten nach der Verbeamtung (hier auf Probe) möglich.

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Re: Erstmals verbeamtet, PKV Fragen

Beitragvon dal » 29.12.2017, 00:16

Eine Frage konnte ich mir mittlerweile selbst beantworten:

Ja, der Arbeitgeber in der freien Wirtschaft würde später Zuschüsse zur PKV zahlen, jedoch nicht mehr als bei einem gesetzlich versicherten.
Siehe: https://www.pkv.de/themen/krankenversic ... chuss-pkv/

Folgende Fragen stehen noch im Raum:

* Würdet ihr mir raten, erstmal in den neuen Job reinzuschnuppern (ein paar Monate) und in dieser Zeit erstmal weiterhin in der GKV zu bleiben, bis ich mir sicher bin, dass mir dieser Job auch gefällt, da es später nicht so einfach möglich ist zurück zur GKV zu wechseln? Ich würde dann kurz vor Schließung der Öffnungsaktion (also vor Ablauf der ersten 6 Monate im Job) einen Antrag bei einer PKV stellen...

Falls ich mit Dienstbeginn am 1.3. in die PKV (Debeka oder Nürnberger sahen bei ersten Recherchen interessant aus) möchte, dann müsste ich meine GKV noch in diesem Jahr (also in den nächsten drei Tagen) kündigen, sonst kann ich mit der PKV erst ab April loslegen ... Aber da ich in dem PKV Jungle noch nicht den Durchblick habe, weiß ich nicht, ob ich das überstürzen sollte ... Lieber ein paar Monate mehr zahlen, als ein Leben lang mit der falschen Entscheidung leben ...

* Warum gibt es im Internet keine gescheiten Online-Rechner für PKV Tarife (zumindest ohne Berücksichtigung des Risikozuschlags? Das nenne ich kundenunfreundlich ...

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Re: Erstmals verbeamtet, PKV Fragen

Beitragvon nocheiner » 01.01.2018, 23:56

Unter https://psp.onlinesuite.de/gui/content/info.php gibt es eine Demoversion von einer PKV-Vergleichssoftware, wie sie auch von ein paar Maklern eingesetzt wird. Die angezeigten Beiträge sind falsch, auch werden keine Risiken mit einberechnet. Dafür bekommst Du jedoch einen Einblick davon, wie umfangreich das Thema ist. Kurzum, suche Dir einen Fachmakler, der sich mit der Beihilfe auskennt und vergiss check24 und Konsorten. Mit den üblichen Standardfragen vom Typ "Wollen Sie ein 1 Bett-Zimmer" kommst Du nicht an Dein Ziel eine vernünftige Krankenversicherung zu erhalten.


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