Wechsel SB-Stufe - Vor- und Nachteile?

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Chrischan
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Wechsel SB-Stufe - Vor- und Nachteile?

Beitragvon Chrischan » 04.01.2018, 15:30

Hallo,

ich bin 29 Jahre alt, selbständig (nebenbei habe ich derzeit noch einen Minijob als Fußballspieler) und seit Jahren privat bei der Gothaer krankenversichert (Bisex-Welt), derzeit im Max 1 (dazu noch den MediPrävent, MediTravel und die PVN). Ich überlege nun in den Max 2 zu wechseln und damit in die höhere Selbstbeteiligungsstufe (2.784 Euro / Jahr statt derzeit 1.344 Euro / Jahr). Ich habe für die Umstellung bereits ein Angebot von der Gothaer erhalten. Eine Gesundheitsprüfung ist nicht notwendig.

Monatlicher Gesamtbeitrag mit Max 1: 366,99 Euro – im Jahr: 4.403,88 Euro

Neuer monatlicher Gesamtbeitrag mit Max 2: 237,45 Euro – im Jahr: 2.849,40 Euro

Beitragsersparnis nach Wechsel pro Monat: 129,54 Euro – im Jahr: 1.554,48 Euro

Differenz zwischen alter SB und neuer SB: 1.440 Euro

Meinen Berechnungen zu Folge wäre selbst im worst-case (2.784 Euro und mehr an Krankheitskosten) der Wechsel zum Max 2 für mich vorteilhafter, weil günstiger. Bei Krankheitskosten bis zur alten SB-Höhe von 1.344 Euro spare ich das Maximum von 1.554,48 Euro. Danach wird die Differenz entsprechend kleiner.

Welche Nachteile der Erhöhung der Selbstbeteiligung sehe ich aber vielleicht nicht? Einen Arbeitgeber, der einen Teil der Beiträge zahlt, gibt es für mich als Selbständigen nicht, ich trage die Beiträge so oder so allein. Steuerlich sind die Beiträge Sonderausgaben (Vorsorgeaufwendungen), hier sind aber sowieso nur 2.800 Euro für Selbstständige im Jahr absetzbar und da dort beispielsweise auch Beiträge für weitere Versicherungen reinzählen, wird die Summe so oder so ausgeschöpft. Wobei ja die Basiskrankenversicherung in voller Höhe absetzbar ist (für das Jahr 2016 waren das 2.725,92 Euro meines Jahresbeitrags, die auf die Basiskrankenversicherung entfielen)... In den nächsten Jahren würde ich bei der alten SB-Höhe sicherlich durch Beitragsanpassungen über die 2.800 kommen und damit mehr absetzen können als bei der neuen, höheren SB. Bekannt ist aber auch nicht, inwiefern sich der gesetzlich festgelegte Betrag von 2.800 Euro in den nächsten Jahren ändern wird...

Habe ich noch was übersehen?

yuser
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Re: Wechsel SB-Stufe - Vor- und Nachteile?

Beitragvon yuser » 04.01.2018, 16:42

Hallo,

schon mal überlegt wie es von den Rechnungen her aussieht wenn du im November oder Dezember eines Jahres die SB leisten musst und im Januar gleich wieder? Zum Beispiel wegen eines längeren Krankenhausaufenthalts? Dann sind das auf einen Schlag über 5000€.

Kannst Du ohne erneute Gesundheitsprüfung den SB auch wieder reduzieren oder nicht? Denn mit zunehmendem Alter wird man selten gesünder und dann wirst du Leistungen in Anspruch nehmen müssen und dann kann ein hoher SB ggf. zu leichten Überforderungen führen.

Auch schon mal überlegt dass der Beitrag nur eine relativ kurze Momentaufnahme ist? Nächstes Jahr kann sich der Beitrag ja schon wieder ändern und dann stehst auch mit einer höheren Selbstbeteiligung da. Wegen heute 1500€ im Jahr würde ich mir das nicht geben, weil es morgen schon ganz anders sein kann. PKV ist kein Sparschwein, ich würde schauen dass die existenziellen Risiken abgedeckt sind. Was Du finanziell zu leisten vermagst weißt nur Du (jetzt und dauerhaft in Zukunft).

Chrischan
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Re: Wechsel SB-Stufe - Vor- und Nachteile?

Beitragvon Chrischan » 04.01.2018, 17:52

Klar ist, dass ich natürlich die nötige SB auf der hohen Kante liegen haben muss, aber das war vorher ja auch schon der Fall, nur jetzt entsprechend mehr. Das ändert ja an meiner Rechnung nichts.

Reduziert werden kann die SB natürlich nicht ohne Gesundheitsprüfung, da "Verbesserung". Wie gesagt, mir ist bewusst, dass ich das Geld auf der Kante liegen haben muss wie jetzt auch schon...

Sicherlich können sich die Beiträge der SB-Stufen unterschiedlich entwickeln, doch eine Verschlechterung im gleichen Tarif mit nur unterschiedlichen SBs in dem Maße (vierstellig im Jahr) ist dann doch eher unwahrscheinlich.


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