Beitragssteigerung Debeka Tarif PNWS

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picco
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Beitragssteigerung Debeka Tarif PNWS

Beitragvon picco » 22.01.2021, 23:24

Hallo,
ich bin neu hier in dem Forum.
Mit interesse habe ich im Forum den Dialog gelesen in dem es um die Beitragserhöhung der Debeka im Tarif PNWS ging, denn dasselbe ist mir auch passiert, d.h. eine krasse Beitragserhöhung in meinem PNWS-Tarif.
Ich will mal ein paar Zahlen nennen.
Zum 1.11.2011 bin ich von dem Tarif PNW in den Tarif PNWS gewechselt.
Der Beitrag in PNW war damals 330,61 Euro und der neue Beitrag PNWS war 242,50 Euro.
Hinweis: alle Beitragsangaben sind immer nur der reine Tarif, also ohne gesetzl. Beitragszuschlag aber mit einem 30 % Risikozuschlag.
Seitdem sind die Beiträge stetig angehoben worden, zum 1.1.18 auf 332,33 Euro.
Nun wurde im November 2020 von der Debeka eine drastische Beitragserhöhung angekündigt.
In meinem Fall auf 432,39 Euro ab 1.1.21 und auf 497,43 Euro ab 1.1.22.
Das ergibt gegenüber 2018 eine Steigerung um 165,10 Euro oder um 50 Prozent.
Im Vergleich zum Eintritt in den Tarif PNWS zum 1.1.11 bedeutet die angekündigte Erhöhung zum 1.1.22 mehr als eine Verdoppelung und eine jährliche Steigerung um 6,7 Prozent.
Als Ursachen für Beitragssteigerungen im Tarif PNWS wird von der Debeka auf drei Faktoren hingewiesen:
der auslösende Faktor für die Versicherungsleistungen beträgt +13,27 Prozent
der auslösende Faktor für die Sterblichkeit hat den Schwellenwert (+/- 5 Prozent) nicht überschritten
der Faktor Rechnungszins wurde von 2,7 auf 2,3 Prozent reduziert.
Ich konnte und kann auf Grund dieser Angaben meine extreme Beitragserhöhung nicht nachvollziehen und habe das der Debeka auch so geschrieben. Als Antwort erhielt ich ein Schreiben mit den schon bekannten Argumenten (steigende Versicherungsleistungen, niederigere Verzinsung, höhere Lebenserwartung), diesmal in noch ausfühlicherer Form.
Interessant war eine von der Debeka beigefügte Tabelle über die Veränderung der Versicherungsleistungen im Tarif PNWS von 2018 zum 1. Januar 2021 in verschiedenen Altersgruppen getrennt für Frauen und Männer. Dort sind die Versicherungsleistungen bei den Männern über alle Altersgruppen um durchschnittlich 26 Prozent gestiegen, in der für mich (geboren 1961) relevanten Altersgruppe 55 bzw. 60 sogar um 41 bzw. 46 Prozent. Das sind sehr hohe Werte, vor allem wenn man diese mit den Frauen vergleicht, denn dort sind die Leistungen im Durchschnitt nur um 3 Prozent gestiegen. Mir sind die hohen Werte bei den Männern rätselhaft.
Wenn in der PKV jedes Kollektiv (gleicher Jahrgang, gleiches Geschlecht bei Bisex-Tarifen, gleicher Tarif) mit seinen Beiträgen gemeinsam die Versicherungsleistungen finanziert, dann bedeutet das in meinem Fall, ich bin in einem Kollektiv, welches eine Steigerung der Versicherungsleistungen von mehr als 40 Prozent in 3 Jahren auslöst und muss die daraus folgenden Beitragssteigerungen mittragen.
Habe ich das jetzt so richtig verstanden bzw. formuliert und lässt sich damit die extreme Beitragserhöhung erklären?

Die Debeka hat mir auch geschrieben, ich könnte die Beitragserhöhungen nicht ablehnen.

Ich möchte mich aber noch nicht geschlagen geben und habe daher überlegt, die Dienstleistung einer Kanzlei in Köln Name durch Moderator gelöscht in Anspruch zu nehmen, welche eine kostenlose Erst- Überprüfung der Beitragserhöhung anbietet.
Ich frage mich aber, ob ein solcher Schritt überhaupt ratsam ist, auch in Anbetracht der Erfolgsaussichten und der finanziellen Risiken die mit einem evtl. folgenden Gerichtsverfahren verbunden wären, denn ich habe keine Rechtschutzversicherung?

Die Kanzlei schreibt auf Ihrer Internetseite, es sei empfehlenswert, überprüfen zu lassen, ob die Begründung in ausführlicher und plausibler Form abgegeben wurde. Ein Rückzahlungsverlangen könnte allein auf diesen Fehler gestützt werden.
In meinem Fall erfolgte die Begründung m.E. schon ausführlich aber eben für mich nicht plausibel, es sei denn, die vorhin geschilderte Leistungsexplosion bei den Männern im Tarif PNWS könnte man als plausibele Begründung ansehen.
Soweit mal mein Einstieg in dieses Forum, ich bin gespannt welche Reaktionen ich bekomme.

eastman
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Re: Beitragssteigerung Debeka Tarif PNWS

Beitragvon eastman » 23.01.2021, 09:02

Ich wage mich mal kurz nach vorn. Aktuell liegt die Debeka bei der Verzinsung ihrer Kapitalanlagen in der Lebensversicherung gaaanz weit hinten im Markt, ich nehme mal an, dass in der Krankenversicherung das Gleiche zu verzeichnen ist. War ein sehr schnell zurückgelegter weiter Weg vom ehemaligen Spitzenreiter. Ich kenne die Annahmepolitik der Debeka aus früheren Jahren, habe mich sehr häufig über Risikoeinschätzungen gewundert, 100 Jahre Debeka haben das Ganze dann nochmals übertroffen. Früher konnte man das scheinbar aus Mitgliederwachstum und Überzinsen in der Kapitalanlage kompensieren. Die neuen unisex-Tarife sind mir (!) für die gebotenen Top-Leistungen viel zu niedrig kalkuliert, hier ist die Debeka aber auch in einen Leistungswettbewerb eingetreten, bei dem sie keine Erfahrung aus selbst geführten Tarifen hat. Dazu in den bisex-Tarifen jede Menge Leistungen auf Kulanz, obwohl nicht in den Bedingungen enthalten. Wäre der Versicherer kleiner, würden vermutlich Einige warnend den Zeigefinger heben - mache ich nicht.
Ich bin seit über 30 Jahren in diesem Segment tätig, habe viele Fehler gemacht und auch immer genau diese Skepsis geäußert. Das, was da gerade den Tarifversicherten passiert, scheint mir in der Summe möglich -ein ungünstig strukturiertes falsch eingepreistes Restkollektiv. Die Central hat so einen Tarif mal vor Jahren gehabt und irgendwann freudestrahlend alle Kündigungen akzeptiert - so kam scheinbar ausreichend Alterungsrückstellung zu den Verbleibenden. Lösungsansätze? Sicher nicht die Überprüfung der Anpassungen. Gutwillig unterstelle ich, dass die Debeka keine Manipulationen durchgeführt hat. So verbleibt den Anhängern Justitia doch nur, auf Formfehler zu klagen - die verhindern aber nicht die Unterdeckung im Tarif, sondern würden sie im best case doch nur auf die nächste Gelegenheit verlagern. Mit Jahrgang 1961 ist der Weg zu anderen Versicherern auch nicht gangbar. Ich würde erst einmal alle denkbaren Tarifwechsel-Optionen anfordern inkl. Standard-Tarif...ich gehe mal davon aus, dass Sie noch bisex-kalkuliert sind.... :roll:

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Re: Beitragssteigerung Debeka Tarif PNWS

Beitragvon Carlo » 23.01.2021, 16:39

picco hat geschrieben:Zum 1.11.2011 bin ich von dem Tarif PNW in den Tarif PNWS gewechselt.
Der Beitrag in PNW war damals 330,61 Euro und der neue Beitrag PNWS war 242,50 Euro.
Seitdem sind die Beiträge stetig angehoben worden, zum 1.1.18 auf 332,33 Euro.
Nun wurde im November 2020 von der Debeka eine drastische Beitragserhöhung angekündigt.
In meinem Fall auf 432,39 Euro ab 1.1.21 und auf 497,43 Euro ab 1.1.22.


242,50 Euro für einen Vollversicherungstarif mit 30% Risikozuschlag waren schon 2011 ungewöhnlich günstig, vermutlich weil bei deinem Tarifwechsel die Altersrückstellungen aus dem teureren Tarif überproportional angerechnet wurden. Aber für diesen Betrag hättest du dich selbst als jüngerer Mensch vermutlich nie neu in diesem Tarif versichern können.

Selbst 432,29 Euro ab 2021 sind immer noch billiger als das, was nach 1970 geborene schon vor 2011 für ihre Vollversicherung bezahlten - ganz ohne Risikozuschläge. Insofern kann eigentlich nicht davon gesprochen werden, dass dein Debekatarif sich unverhältnismäßig verteuert hätte. Im Gegenteil erscheint er eigentlich immer noch sehr günstig (vor allem, wenn man den Risikozuschlag abzieht).

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Re: Beitragssteigerung Debeka Tarif PNWS

Beitragvon RolandPKV » 23.01.2021, 17:57

Der Risiskozuschlag verzerrt die Betrachtung etwas. Die 497,43 Euro ab Januar 2022 entsprechen 382,64 Euro ohne Risikozuschlag. Vermutlich kommt hier noch ein nicht geringer Selbstbehalt hinzu. Wenn man den kennen würde, könnte man die Sache besser einschätzen.

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Re: Beitragssteigerung Debeka Tarif PNWS

Beitragvon picco » 23.01.2021, 20:44

Hallo zusammen

Der Selbstbehalt beträgt lt. Internetseite der Debeka Stand 1. Januar 2021 im Tarif PNWS 1140 Euro, also 95 Euro pro Monat.

Die Beiträge für meine PKV kann ich mir noch leisten, ein Wechsel z.B. in den Standarttarif ist zur Zeit kein Thema.
Es ging mir vor allem um den großen Beitragssprung von 50 Prozent innerhalb von 4 Jahren (1.1.2018 bis 1.1.2022).
Die von der Debeka genannten Gründe sehe ich immer noch kritisch.
Ich zitiere hier nochmal die Angaben der Debeka für meinem Tarif PNWS:
der auslösende Faktor für die Versicherungsleistungen beträgt +13,27 Prozent
der auslösende Faktor für die Sterblichkeit hat den Schwellenwert (+/- 5 Prozent) nicht überschritten
der Faktor Rechnungszins wurde von 2,7 auf 2,3 Prozent reduziert.
Das daraus eine Beitragserhöhung von 50 Prozent folgt kann ich kaum glauben.
Ich werde dem Ratschlag folgen und die Debeka mal anschreiben und um andere Tarifoptionen nachfragen.
Wegen der evtl. Überprüfung durch die genannte Kanzlei bin ich mir immer noch unsicher.
Was ist, wenn die Kanzlei mir zu einem Gerichtsverfahren gegen die Debeka rät weil eben aus Sicht der Kanzlei eine Aussicht auf Erfolg gesehen wird.
Dann müsste ich mich entscheiden, ob ich das finanzielle Risiko eingehe.
Wie dem auch sei, ich bleibe am Ball.

Carlo
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Re: Beitragssteigerung Debeka Tarif PNWS

Beitragvon Carlo » 23.01.2021, 22:40

picco hat geschrieben:Ich zitiere hier nochmal die Angaben der Debeka für meinem Tarif PNWS:
der auslösende Faktor für die Versicherungsleistungen beträgt +13,27 Prozent
der auslösende Faktor für die Sterblichkeit hat den Schwellenwert (+/- 5 Prozent) nicht überschritten
der Faktor Rechnungszins wurde von 2,7 auf 2,3 Prozent reduziert.
Das daraus eine Beitragserhöhung von 50 Prozent folgt kann ich kaum glauben.


Die Rechnung geht auch anders:

Ein Neuabschluss eines Volltarifs im Alter 60 Jahre (Jahrgang 1961) würde heute ca. 800-1.000 EUR kosten (erst recht mit Risikozuschlag).

Wenn die Versicherungsleistungen um 13,27% gestiegen sind, müssen diese vom Alter 60 bis zum statistischen Lebensende neu kalkuliert werden, d.h. 13,27% von 800-1.000 EUR wären etwa zwischen 106 und 133 Euro zusätzlich.

Die Kosten aufgrund gestiegener Lebenserwartung sind vielleicht nur um 2% gestiegen, das würde noch einmal 16-20 Euro ausmachen (wenn ein Schwellenwert überschritten ist, müssen allen Kalkulationsgrundlagen neu berechnet werden).

Hinzu kommt die geringere Verzinsung für die Zeit ab 60 Jahren. 0,1% Zinsabsenkung entsprechen etwa 1% Beitragssteigerung, 0,4% weniger Zinsen also 4% mehr Beitrag. 4% von 800-1.000 Euro sind weitere 32-40 Euro.

Gesamtrechnung:
- günstige Annahme (800 Euro): 106 + 16 + 32 Euro = 154 Euro Beitragserhöhung
- weniger günstige Annahme (1.000 Euro): 133 + 20 + 40 = 193 Euro Beitragserhöhung.

Dein Beitrag soll um ca. 165 Euro steigen. Klingt also erst einmal nicht unplausibel. Da du bisher ziemlich niedrige Beiträge bezahlt hast, erscheint die Erhöhung mit 50% relativ gesehen natürlich hoch. Aber insgesamt zahlst du immer noch einen vergleichsweise günstigen Beitrag.

RolandPKV
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Re: Beitragssteigerung Debeka Tarif PNWS

Beitragvon RolandPKV » 24.01.2021, 11:13

Ich stimme Carlo zu. Man kann den Sachverhalt auch anders formulieren, kommt aber auf das gleiche Ergebnis.

Der rechnerische Beitrag für ältere Versicherte setzt sich zusammen aus dem Zahlbeitrag und dem Abschmelzen/der Anrechnung der Alterungsrückstellungen. Das ergibt dann die geschätzen 800 bis 1000 Euro. Also muss man die um 13,x Prozent gestiegenen Leistungsausgaben auf den rechnerischen Beitrag beziehen. Da man die Alterungsrückstellungen nicht auffordern kann mehr zu bezahlen, muss die Prämienerhöhung über den Zahlbeitrag erfolgen.

Neb
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Re: Beitragssteigerung Debeka Tarif PNWS

Beitragvon Neb » 24.01.2021, 12:57

picco hat geschrieben:Wegen der evtl. Überprüfung durch die genannte Kanzlei bin ich mir immer noch unsicher.
Was ist, wenn die Kanzlei mir zu einem Gerichtsverfahren gegen die Debeka rät weil eben aus Sicht der Kanzlei eine Aussicht auf Erfolg gesehen wird.
Dann müsste ich mich entscheiden, ob ich das finanzielle Risiko eingehe.


Verzeihung, aber insbesondere nach dem Beitrag von eastman verstehe ich Deine Unsicherheit nicht: Es ist doch völlig klar, dass ein Rechtsstreit nur genau dann sinnhaft sein kann, wenn Du als Individuum von der Versicherung unrechtmäßig benachteiligt wirst ggü. dem Kollektiv (z. B. ungerechtfertigte Risikozuschläge, verweigerte Tarifwechsel etc.).

In dem Moment, und so verstehe ich Deine Postings und die Argumente der übrigen Redner hier, wo die Erhöhung der Sache nach innerhalb der (von mir aus sehr suboptimal ausgestalteten, aber das ist ein anderes Thema) "Systemgrenzen" der PKV berechtigt ist, bringt ein Rechtsstreit nichts. Selbst wenn Du ihn z. B. wg. eines (eher unwahrscheinlichen) Formfehlers der PKV gewinnst, hast Du am Ende doch nichts gewonnen, weil Du die Unterdeckung Deines (!) Kollektivs dann einfach ein paar Monate später zahlen musst.

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Re: Beitragssteigerung Debeka Tarif PNWS

Beitragvon picco » 24.01.2021, 20:55

Ich fasse mal für mich zusammen:
1. mein Beitrag ab 1.1.22 von knapp 500 Euro liegt im üblichen Rahmen, ist sogar eher günstig
2. ein evtl. Rechtsstreit wird nichts bringen, außer zusätzlichen Kosten
Somit werde ich die Beitragserhöhung wohl zähneknirschend aktzeptieren.
Ich habe die Debeka angeschrieben und um alternative Tarifoptionen nachgefragt, mal sehen was mir die Debeka antwortet.

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Re: Beitragssteigerung Debeka Tarif PNWS

Beitragvon PKV_Abwägender » 25.01.2021, 15:11

Carlo hat geschrieben:
Ein Neuabschluss eines Volltarifs im Alter 60 Jahre (Jahrgang 1961) würde heute ca. 800-1.000 EUR kosten (erst recht mit Risikozuschlag)……..Wenn die Versicherungsleistungen um 13,27% gestiegen sind, müssen diese vom Alter 60 bis zum statistischen Lebensende neu kalkuliert werden, d.h. 13,27% von 800-1.000 EUR wären etwa zwischen 106 und 133 Euro zusätzlich.


Dieses in den Beiträgen ständig wiederkehrende Vergleichen mit theoretischen Neuabschlüssen von Älteren bringt hier gar nichts. Darum geht es doch auch überhaupt nicht.
Wenn man sowas schon macht, dann doch bitte auf Basis der vorliegenden Zahlen. Die Versicherungsleistungen sind hier konkret um die veröffentlichten ca. 46 % gestiegen (angeblich), aber nicht um 13 % für den auslösenden Faktor.

In einem Volltarif ohne Selbstbeteiligung (PN oder auch PNW) dürfte die Steigerung leicht unter den 46 % des Tarifs mit Selbstbeteiligung (PNWS) bleiben, da die Selbstbeteiligung nur äußerst moderat erhöht wurde. Also sagen wir als Schätzung ca. 42 % im PN und PNW.

Also hätte ein „Neueinsteiger“ mit Alter 60 jetzt allein von diesem Punkt her nicht eine Verteuerung um 130,- € (bei 1000,- € bisher), sondern eben um 420,- €. Auch die Bestandsversicherten der Volltarife ohne Selbstbeteiligung (PN oder PNW) hätten 42 % Steigerung. Nun wird aber jeder sofort feststellen und sagen, dass dies in diesen Tarifen gerade NICHT so ist.
Und damit zeigt sich, dass der Vergleich mit der Kostensteigerung eines theoretischen Neuabschlusses eines 60 jährigen im PN /PNW nicht zielführend ist.

Folglich sind wir doch nun wieder bei einer der Kernfragen, um die es tatsächlich geht, warum denn ausgerechnet im PNWS die Leistungen so exorbitant und völlig aus der Reihe tanzend gestiegen sind.

Frage 1: Sind die 46 % im PNWS wahr oder Hinterzimmer-Geklüngel ?

Wenn es wahr ist – das Gegenteil könnte hier sowieso keiner beweisen – dann würde das ja bedeuten, dass der Tarif mit Selbstbeteiligung durch die stark unterschiedlichen Erhöhungssätze praktisch die Beitragshöhe des entsprechenden Tarifs ohne Selbstbeteiligung so ziemlich eingeholt hat. Und bei der nächsten Erhöhungsrunde dann sogar höher liegen kann (zumindest bei mir wäre es so, vielleicht sogar schon jetzt, denn ich lag beim damaligen Wechsel in die Selbstbeteiligung nur rund 45,- € auseinander).

Damit stellt sich eine 2. Kernfrage: Darf eine Beitragshöhe für einen Selbstbeteiligungstarif so hoch oder sogar höher werden als der ansonsten gleiche Tarif ohne Selbstbeteiligung ?

Ich weiß es nicht, aber das sind doch genau die Dinge, auf die es hier ankommt.

Und es stellt sich gleich die 3. Frage: Wenn ja, warum ?

Aus meiner Sicht ist ein PNW und ein PNWS hinsichtlich Versicherungsleistungen der genau gleiche Tarif, so dass Steigerungen der Versicherungsleistungen nicht völlig getrennt zugrunde gelegt werden dürften, was hier aber möglicherweise für die Erhöhungssätze passiert. Und dadurch die Beitragshöhe für den PNWS den Bezug zur Beitragshöhe ohne Selbstbeteiligung vollständig verliert.

Die Debeka schreibt hierzu nicht eindeutig:
Die Versicherungsleistungen ergeben sich aus den abgerechneten Leistungsaufträgen. Daraus ermitteln wir den durchschnittlichen Leistungsaufwand im Kalenderjahr je Tarif und Alter.“ Zitat Ende.

Was ist also ein „Tarif“, wenn eine Selbstbeteiligung mit ja und nein im Spiel ist ?

Es könnte sein, dass dies gerichtlich zu klären ist, damit nicht Wild West-Beitragssteigerungen vorkommen wie hier, nur weil man die Selbstbeteiligung gewählt hat und dann noch nachher doppelt obendrauf zahlen muss.

Vielleicht läuft das – mutmaßliche - Debeka-Verfahren aber auch jetzt schon gegen das Gesetz, ohne dass dies der Debeka so ganz bewusst ist.

Mit dem, was in den letzten Jahren in Deutschland so alles passiert ist, würde mich sowieso nichts mehr wundern. Dem Ganzen gehört jedenfalls nachgegangen. Aber nicht mit solchen Offerten, wie sie jetzt nach dem BGH-Urteil vom Dezember überall als „Angebot“ auftauchen (z. B. in einer Online-Tageszeitung mit der Kölner Offerte), das halte ich für eine Abzock-Maschinerie, sondern dann schon eher von denen, die das Urteil erstritten hatten.

@picco, Du schreibst:
Somit werde ich die Beitragserhöhung wohl zähneknirschend akzeptieren.

Und im Alter 70 oder 71 hast Du dann 1200,- oder 1300,- € mtl. zu zahlen (wieder 50 % nach 4 Jahren und dann noch 2 mal 30 % nach je 3 Jahren, wenn die mit ihren Rechenkünsten so weitermachen) und gehst dann doch vor Gericht.

Etwas anderes als den Standardtarif, für den Dir das Angebot gesetzlich wegen der Beitragserhöhung und Deines Alters bereits vorliegen müsste, gibt es übrigens für uns nicht mehr.

Gruß

RolandPKV
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Re: Beitragssteigerung Debeka Tarif PNWS

Beitragvon RolandPKV » 25.01.2021, 16:08

Wer hat behauptet, dass im Tarif PNWS die Ausgaben für Versicherungsleistungen um ca. 46 % gestiegen sind?

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Re: Beitragssteigerung Debeka Tarif PNWS

Beitragvon PKV_Abwägender » 25.01.2021, 16:27

RolandPKV fragt:
Wer hat behauptet, dass im Tarif PNWS die Ausgaben für Versicherungsleistungen um ca. 46 % gestiegen sind?

Die Debeka selbst.

picco hat es in seinem Eingangsbeitrag bereits erwähnt und mir liegt das Debeka-Blatt mit diesen Angaben ebenfalls vor.
Blatt K11 (13.08.2020).

Angabe bei Alter 60 seit der letzten Änderung 2018 (also über nur 3 Jahre):

46,1 % Veränderung !

RolandPKV
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Re: Beitragssteigerung Debeka Tarif PNWS

Beitragvon RolandPKV » 25.01.2021, 17:05

Aber dann wäre der auslösende Faktor von ca. 13 % unlogisch. Aber dass die Versicherungsleistungen innerhalb von 3 Jahren um 46 % gestiegen sein sollen hört sich für mich auch unabhängig vom auslösenden Faktor unglaubwürdig an. Mich würde dieser Zettel mit diesen Angaben interessieren.

PKV_Abwägender
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Re: Beitragssteigerung Debeka Tarif PNWS

Beitragvon PKV_Abwägender » 25.01.2021, 17:14

Aber dann wäre der auslösende Faktor von ca. 13 % unlogisch.

Genau.
Und auf diese Unlogik im Zusammenhang meiner eigenen 47,6 %-Erhöhung hatte ich ja auch schon in meinen Beiträgen in den anderen Thread`s hingewiesen.

Du wirst das Blatt bekommen. Ich muss mal schauen, wie am Besten.

kalkulus
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Re: Beitragssteigerung Debeka Tarif PNWS

Beitragvon kalkulus » 26.01.2021, 12:56

Hallo,

ich bin ebenfalls im Tarif PNWS und zusätzlich PNZ sowie PVN.
In den Tarif eingetreten bin ich im Juni 2013. Ich bin Baujahr 1977.
Die heftige Beitragsanpassung in diesem Jahr (2020 -> 2021) von 20,2% sowie die bereits angekündigte Beitragsanpassung 2022 (2020 -> 2021) von 33,3% (wenn PNZ und PVN nicht erhöht wird) waren für
mich Anlass, etwas zu kalkulieren. Demnach beträgt für mich die durchschnittliche Beitragserhöhung 7,0% (6,96%)
im Zeitraum 2014 - 2022. 2013 habe ich weggelassen, weil Rumpfjahr.
Angefangen habe ich 2013 und 2014 mit 239,69 Euro Beitrag. 2021 beträgt er 370,06 Euro und 2022 dann 410,59 Euro (mindestens, wenn keine PNZ und PVN Erhöhung).
Wenn es mit diesen 7,0% Beitragserhöhung so weitergeht, beträgt der Beitrag im Jahr 2032 dann 804,55 Euro und im Jahr 2042 dann 1.576,90 Euro. Wenn der Beitrag im Ruhestand sich dann wegen der Rücklagen nicht weiter erhöht, kosten 20 Jahre Ruhestand dann rund 380.000 Euro Beitrag ohne Selbstbeteiligung.

Soviel möchte ich sicher nicht für meine Krankenversicherung ausgeben.

An dieser Stelle muss gesagt werden, dass es sich bei diesem Tarif eher um einen "No Frills" Tarif handelt, ohne Chefarztbehandlung, ohne Zweibettzimmer und ohne Krankengeld.

Insgesamt habe ich Zweifel, ob meine Kalkulation nicht zu optimistisch ist. Denn die für die Erhöhung genannten Gründe bestehen weiter:

Niedrigzinsen: Die Nullzinspolitik dürfte für längere Zeit fortgeführt werden. Die Debeka als alte Versicherung dürfte einen Grossteil der Altersrückstellungen noch in alten Papieren angelegt haben, die noch deutlich besser rentieren. Diese laufen in den nächsten Jahren nach und nach aus und müssen durch Papiere ersetzt werden, die deutlich schlechter rentieren. Das dürfte den Rechnungszins weiter drücken.

Steigende Lebenserwartung: So wie wir die Pandemie bekämpfen, hindern wir alte Leute am wegsterben. Das Social Distancing dürfte zudem dafür sorgen, dass Grippewellen praktisch keine Chance haben, was die Lebenserwartung nochmal deutlich steigern dürfte.

Kostenexplosion: Die PKVs haben keine Möglichkeit der Kostenkontrolle. Das führt zu einer starken "Medizin-Inflation".

Weiter ist die BRE stetig gesunken von Anfangs >3,1 Beiträgen auf 2,18 Beiträge (2021) während die Selbstbeteiligung stets weiter angestiegen ist. Insgesamt ist es mit der Debeka ganz bös abwärts gegangen.
Es ist zu befürchten, dass das so weitergeht.

Ein Wechsel in eine andere PKV würde einen Wechsel in einen Unisex Tarif bedeute. Vermutlich könnte ich auch nur einen Teil der Rücklagen mitnehmen.
Als Möglichkeit bleibt dann nur der Wechsel in die GKV oder der Standardtarif. Ansonsten gibt es laut Auskunft von meinem Vertreter keinen billigeren Tarif.
Vielleicht kommt mir noch die Bürgerversicherung zuvor. Gerüchten zufolge wollen die Versicherer selbst die PKV nicht mehr haben, weil sich durch zahlreiche geänderte Umstände damit kein Geld mehr verdienen lässt.

Insgesamt bin ich masslos enttäuscht.


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