Wegfall Beihilfe, nun soll ich den Anteil zahlen

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Wegfall Beihilfe, nun soll ich den Anteil zahlen

Beitragvon Narkoleptiker » 17.03.2017, 15:10

Hallo,
ich war Beamtin und mit 50% beihilfeberechtigt. Über die restlichen 50% habe ich eine PKV abgeschlossen.

Dann wurde ich vor 2 Jahren dienstunfähig und fiel in Hartz IV. Darüber habe ich die Versicherung informiert. Mir wurde dann mitgeteilt, dass mein alter Tarif mit 50% Erstattung bestehen bleibt, ich aber höhere Beiträge zahlen muss. Ich hatte dann um einen anderen Tarif gebeten, mir wurden aber nur Tarife mit sehr hoher SB angeboten. Das Geld kann ich nicht aufbringen.

Das Jobcenter versuchte auch mich in einer GKV unterzubringen, klappte aber nicht.

Nun hat sich mein Gesundheitszustand rapide verschlechtert, ich müsste eigentlich dringend eine langfristige, lebensnotwendige und kostspielige Behandlung in Anspruch nehmen. Geht aber nicht, da ich eben keine 50% aus eigener Tasche bezahlen kann.

Ich hatte mich jetzt noch mal mit meiner Versicherung in Verbindung gesetzt. Das einzige was sie mir anbieten ist der Basistarif. Nur lese ich so viel schlechtes davon und ein Blick auf meine Arztrechnungen verrät mir, dass kaum ein Arzt weniger als den 2 fachen Satz der GOT nimmt. Ich brauche spezielle Fachärzte die es auch nicht an jeder Ecke gibt. Zumal ich mich bei dem ein oder anderen Arzt dank meiner Zahlungsrückstände auch nicht mehr blicken lassen kann. ..Ich kann nicht ewig 50km weit fahren ohne Auto und Geld. Oder hat hier jemand positive Erfahrungen mit dem Basistarif gemacht? Ich habe jetzt mal ein paar Ärzte angerufen und die Ablehnung war schon deutlich zu spüren. Ich käme da vermutlich auch nie wieder raus aus dem Basistarif.

Ein Wechsel der PKV dürfte angesichts meines schlechten Gesundheitszustandes und hoher Beitragsrückstände auch nicht möglich sein.

Welche Möglichkeiten bleiben mir jetzt noch? An welche Stellen könnte ich mich wenden?

MfG

Okabe
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Re: Wegfall Beihilfe, nun soll ich den Anteil zahlen

Beitragvon Okabe » 17.03.2017, 19:13

Seit welchem Tag bist du dienstunfähig erklärt und an welchem Tag und wie genau hast du die Versicherung darüber informiert?

Richtig wäre, dass du jetzt nicht 50%, sondern 100% zahlst, dafür aber eben auch volle Erstattung bekommst.

Der Basistarif ist keine gute Wahl. Falls für dich der Standardtarif nicht möglich ist (hast du das geprüft?), ist der Basistarif aber insfern besser, als dass die Versicherung 100% bezahlt (nach den Bedingungen). Das bedeutet, du musst den Arzt darauf hinweisen, er darf dann nur entsprechend abrechnen. Es stehen dir auch nur noch eine begrenzte Anzahl Ärzte zur Verfügung und ob die dich gerne behandeln werden, ist fraglich.

Die richtige Variante ist die Änderung deines Versicherungsvertrags auf 100% statt 50% - inkl. der einhergehenden Verdoppelung des Beitrags (mindestens). Wenn du dir das nicht leisten kannst, dann hast du ein großes Problem. In diesem Fall, prüfe den Standardtarif oder versuch durch ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis wieder in die GKV zu kommen. Je nach Alter reicht dafür bereits ein Tag Versicherungspflicht aus.

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Re: Wegfall Beihilfe, nun soll ich den Anteil zahlen

Beitragvon Narkoleptiker » 18.03.2017, 12:23

Dienstunfähig bin ich seit September/Oktober 2014, weiß ich nicht mehr so genau. Meine Versicherung habe ich ca. 2-3 Monate später darüber informiert. Hatte mit meinem Versicherungsvertreter vor Ort gesprochen.

Standarttarif kommt wohl für mich nicht in Frage, da ich erst seit 2014 in der PKV bin.

Eben wegen der geringen Arztauswahl kommt für mich der Basistarif auch nicht in Frage. Ich habe so schon Schwierigkeiten einen Arzt zu finden und ich kann ja auch nicht Auto fahren.

Ich bin dauerhaft erwerbsunfähig.

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Re: Wegfall Beihilfe, nun soll ich den Anteil zahlen

Beitragvon Okabe » 18.03.2017, 17:30

Melde dich bei deiner Versicherung und verlange die Umstellgung von deinem 50%en Tarif in den Nicht-Beihilfe-Tarif - bei dem du voraussichtlich gut das Doppelte zahlen wirst. Da du vermutlich einen Unisextarif hast, bleibt alternativ nur der Basistarif. Sorry, aber wenn du nicht mit einer BU Versicherung o.ä. vorgesorgt hast, dann wird dies wohl leider deine einzige Möglichkeit sein.

Ich empfehle dir dringend, einen sozialversicherungspflichten Job zu suchen - auch wenn du den nicht dauerhaft ausüben kannst, bereits ein Tag reicht, damit du wieder in die GKV kommst.

Ansonsten kann man dir - auch mangels der geringen von dir mitgeteilten Informationen - nicht weiterhelfen.

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Re: Wegfall Beihilfe, nun soll ich den Anteil zahlen

Beitragvon Narkoleptiker » 18.03.2017, 19:11

Melde dich bei deiner Versicherung und verlange die Umstellgung von deinem 50%en Tarif in den Nicht-Beihilfe-Tarif - bei dem du voraussichtlich gut das Doppelte zahlen wirst.


Habe ich schon versucht. Das lehnen sie ab, die wissen ja, dass ich die Summe nicht zahlen kann.

Basistarif sehe ich nach wie vor nicht als Option. Ich habe schon extra alle Fachärzte in der Umgebung angerufen die ich bräuchte. Von den 5 Neurologen hier lässt sich keiner auf den Basistarif ein, mein Hausarzt macht das nur einmalig als Ausnahme und von den ca. 30 Psychotherapeuten die ich kontaktierte würde nur 2 im Basistarif abrechnen, konnten mir aber nicht mal einen Platz auf der Warteliste anbieten.

Ich empfehle dir dringend, einen sozialversicherungspflichten Job zu suchen - auch wenn du den nicht dauerhaft ausüben kannst, bereits ein Tag reicht, damit du wieder in die GKV kommst.


Als schwer kranker Langzeitarbeitsloser kriegst du nicht mal für einen Tag einen sozialversicherungspflichtigen Job.

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Re: Wegfall Beihilfe, nun soll ich den Anteil zahlen

Beitragvon Okabe » 19.03.2017, 11:08

Narkoleptiker hat geschrieben:
Melde dich bei deiner Versicherung und verlange die Umstellgung von deinem 50%en Tarif in den Nicht-Beihilfe-Tarif - bei dem du voraussichtlich gut das Doppelte zahlen wirst.


Habe ich schon versucht. Das lehnen sie ab, die wissen ja, dass ich die Summe nicht zahlen kann.


Das ist keine Begründung. Du hast vermutlich vertraglich das Recht auf diese Umstellung (es sei denn, du hast es dir durch das Versäumen von Fristen etc. verspielt - aber selbst diese gibt es in diesem Fall glaube ich nicht. Ich kenne aber nicht die Bedingungen aller Versicherer). Im Zweifel, konsultiere deinen Makler (falls du einen hast) oder deinen Versicherungsberater auf Honorarbasis.
Wenn du dir das aber eh nicht leisten kannst: nicht gut.

Basistarif sehe ich nach wie vor nicht als Option. Ich habe schon extra alle Fachärzte in der Umgebung angerufen die ich bräuchte. Von den 5 Neurologen hier lässt sich keiner auf den Basistarif ein, mein Hausarzt macht das nur einmalig als Ausnahme und von den ca. 30 Psychotherapeuten die ich kontaktierte würde nur 2 im Basistarif abrechnen, konnten mir aber nicht mal einen Platz auf der Warteliste anbieten.

Ich empfehle dir dringend, einen sozialversicherungspflichten Job zu suchen - auch wenn du den nicht dauerhaft ausüben kannst, bereits ein Tag reicht, damit du wieder in die GKV kommst.


Als schwer kranker Langzeitarbeitsloser kriegst du nicht mal für einen Tag einen sozialversicherungspflichtigen Job.


Nicht mal bei einem Freund/Verwandten, der dich vorübergehend einstellen kann?

Eine andere Chance wäre vielleicht(!) noch, das Amt davon zu überzeugen, bei der Umstellung in 100% den gesamten Betrag (ohne Selbstbehalt) zu übernehmen. Argumentieren kannst du möglicherweise damit, dass das Amt den Basistarif komplett übernehmen muss und dieser teurer ist als dein jetziger Tarif, d.h. das Amt würde günstiger davon kommen. Es gibt in diesem Bereich auch bereits Urteile, google mal danach. Ich fürchte aber, dass das kein Zuckerschlecken wird und höchstwahrscheinlich auf großen Widerstand trifft und scheitert.

Ansonsten gibt es für dich keine Alternative als den Basistarif, so hart das ist.

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Re: Wegfall Beihilfe, nun soll ich den Anteil zahlen

Beitragvon Narkoleptiker » 19.03.2017, 17:10

Nicht mal bei einem Freund/Verwandten, der dich vorübergehend einstellen kann?


Das Problem liegt eher im sozialen Status. Ich bin aktuell erwerbsunfähig. Wenn ich nun für einen Tag irgendwo arbeite gelte ich ja rechtlich wieder als erwerbsfähig. Wenn ich dann kündige/gekündigt werde muss ich ja wieder zum Jobcenter und werde von denen schikaniert. Hinzu kommt, dass das Jobcenter einige Wochen braucht um Anträge zu bearbeiten. Ich würde also erstmal ne Zeit lang ganz ohne Geld da stehen.

Argumentieren kannst du möglicherweise damit, dass das Amt den Basistarif komplett übernehmen muss und dieser teurer ist als dein jetziger Tarif, d.h.


Stimmt nicht. Der Basistarif liegt bei rund 300 Euro. Aktuell zahlt das Jobcenter mit 50% Selbstbeteiligung 145 Euro (wobei die Versicherung 330 Euro haben will). Mit 0% Selbstbeteiligung wären es 660 Euro.

Wie gesagt Basistarif ist keine Option für mich.

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Re: Wegfall Beihilfe, nun soll ich den Anteil zahlen

Beitragvon Okabe » 19.03.2017, 20:39

Narkoleptiker hat geschrieben:
Nicht mal bei einem Freund/Verwandten, der dich vorübergehend einstellen kann?


Das Problem liegt eher im sozialen Status. Ich bin aktuell erwerbsunfähig. Wenn ich nun für einen Tag irgendwo arbeite gelte ich ja rechtlich wieder als erwerbsfähig. Wenn ich dann kündige/gekündigt werde muss ich ja wieder zum Jobcenter und werde von denen schikaniert. Hinzu kommt, dass das Jobcenter einige Wochen braucht um Anträge zu bearbeiten. Ich würde also erstmal ne Zeit lang ganz ohne Geld da stehen.


Na wenn es nur die "Schikane" des Jobcenters ist...
Du wirkst mir nicht unintelligent und wirst doch wohl argumentieren können, dass du es mal versuchen wolltest, aber gemerkt hast, dass es nicht geklappt hat.

Argumentieren kannst du möglicherweise damit, dass das Amt den Basistarif komplett übernehmen muss und dieser teurer ist als dein jetziger Tarif, d.h.


Stimmt nicht. Der Basistarif liegt bei rund 300 Euro.


Rund 300? Irrtum. Ein Blick in Wikipedia hätte gereicht.

Aktuell zahlt das Jobcenter mit 50% Selbstbeteiligung 145 Euro (wobei die Versicherung 330 Euro haben will). Mit 0% Selbstbeteiligung wären es 660 Euro.

Wie gesagt Basistarif ist keine Option für mich.


Du hast dich selbst in diese Situation gebracht. Entweder durch bewusste Entscheidungen oder durch passives Geschehenlassen und/oder Naivität. Ich muss das hier mal durch deutlich sagen, weil dich niemand retten kann. Wenn du dich nicht schleunigst darum kümmerst, deine Situation anzupassen, kannst du verdammt große Probleme bekommen. Da reicht schon ein fieser Unfall mit einer komplizierten Operation - deren Kosten du nicht zu 50% selbst tragen kannst - und schon bist du in Verzug, landest im Nottarif und dann würdest du dich freuen, wenn du noch die Arztauswahl des Basistarifs hättest...

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Re: Wegfall Beihilfe, nun soll ich den Anteil zahlen

Beitragvon Narkoleptiker » 19.03.2017, 21:38

Du wirkst mir nicht unintelligent und wirst doch wohl argumentieren können, dass du es mal versuchen wolltest, aber gemerkt hast, dass es nicht geklappt hat.


Ja und? Was interessiert das das Jobcenter? Die haben dann nur das Ziel mich so schnell wie möglich in Arbeit oder eine Maßnahme zu stecken.

Laut Wikipedia beträgt der Basistarif 323,21 €. So kleinlich wollen wir mal nicht sein.

Und informiere dich doch selber erstmal. Als Hartz IV Empfänger oder Sozialhilfeempfänger kann man nicht im Notlagentarif landen. Das wäre darüber hinaus sogar mein Ziel. Dann könnte ich nämlich zum Arzt gehen...

In Verzug bin ich schon seit 2015.

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Re: Wegfall Beihilfe, nun soll ich den Anteil zahlen

Beitragvon Okabe » 19.03.2017, 23:39

Narkoleptiker hat geschrieben:Laut Wikipedia beträgt der Basistarif 323,21 €. So kleinlich wollen wir mal nicht sein.


Nein, soviel beträgt der "halbe Basistarif". Bitte richtig lesen und verstehen. Der Basistarif kostet doppelt soviel - übernommen vom Staat, weil du es nicht kannst.
Ich denke nicht, dass ich weiterhin die Zeit aufwenden möchte, dir weiterzuhelfen - ich erkenne weder das notwendige Maß an Einsehen sowie an Akzeptenz der Realität und habe keine Lust mich in einem Kleinkrieg zu verlieren. Ich wünsche dir trotzdem weiterhin viel Glück.

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Re: Wegfall Beihilfe, nun soll ich den Anteil zahlen

Beitragvon Vers.BeraterGamper » 29.03.2017, 15:42

Hallo Narkoeptiker,

ich habe eine Beitragsserie zu den Sozialtarifen in der PKV geschrieben. Diese können Sie kostenfrei unter http://www.finanztip.de/community/thema ... tarife-pkv abrufen. Hiermit sollten alle grundsätzlichen Fragen beantwortet sein (auch zum Basistarif).

Zu Ihren speziellen Fall: So eine Fallgestaltung hatte ich in meiner Beratungspraxis auch noch nicht (Bundesbeamtin, 50% beihilfeberechtigt, dienstunfähig, HartzIV-Bezug, PKV hält Status bei).

Mit welcher Begründung konnte der Wechsel in die GKV nicht umgesetzt werden?

Mit besten Grüßen

Robert Gamper
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Re: Wegfall Beihilfe, nun soll ich den Anteil zahlen

Beitragvon Okabe » 03.04.2017, 21:40

Mit welcher Begründung konnte der Wechsel in die GKV nicht umgesetzt werden?


Was sollte den Wechsel in die GKV begründen? Dienstunfähigkeit und ALG 2 reichen dafür mWn. nicht aus. Welcher Grund kommt dann in Frage?

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Re: Wegfall Beihilfe, nun soll ich den Anteil zahlen

Beitragvon Narkoleptiker » 29.04.2017, 13:40

Sorry, habe die Antwort erst jetzt gelesen.

Grund für die Ablehnung war, dass ein Wechsel von der PKV in die GKV für Sozialhilfeempfänger vom Gesetz her nicht möglich ist. Sollte man das nicht eigentlich wissen als Versicherungsberater? Ist nicht böse gemeint, ich wundere mich nur, denn es steht überall so im Internet.


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