Trafiwechsel (GS1Plus)?

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olk
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Trafiwechsel (GS1Plus)?

Beitragvon olk » 29.09.2017, 14:45

Hallo,
ein Versicherungsvertreter der Conti hat mir empfohlen vom GS1Plus in einen anderen Tarif zu wechseln (bin seit 2002 im GS1Plus, werde demnächst 44 Jahre).
Das Argument des Conti-Verterters: der GS1Plus is für die Neukundenvermittlung geschlossen, daher werden mit zunehmenden Alter die Kosten und damit die Beiträge zwangsläufig steigen.

Ich bin mir nicht ganz überzeugt, denn der GS1Plus enthält eine garantierte Pauschalleistung (von Unternehmenserfolg unabhängig) von max. 6MB.
GS1Plus ist ein Bisex-Tarif, ein Wechsel in eine Unisex-Tarif würde einen Wechsle in die Bisex-Welt verhindern und der Beitrag im Unixsex sollte einen Faktor bzgl. Versicherungswechsel enthalten (also potentiell teurer).

Wie berechnet die PKV die Beiträge? Werden nicht die Geburtsjahrgänge in einem Tarif getrennt betrachtet?
Ist der Beitrag tatsächlich von der Größe des Geburtenjahrganges abhängig oder sollte der Beitrag nicht aktuell anfallenden Kosten + die zu erwartenden zukünftigen Kosten pro Versicherten im Mittel abbilden?

Was meint ihr?
VG,
Oliver

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Re: Trafiwechsel (GS1Plus)?

Beitragvon olk » 30.09.2017, 10:15

Im Netz habe ich gelesen, daß eine Vergreisung für die PKV irrelevant ist.
'Es gibt keine Vergreisung in einem System, in dem jede Alterskohorte seine Kosten für sich trägt. Vergreisung kann es nur dort geben, wo junge Menschen für alte Menschen zahlen und das ist das Umlageverfahren der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).' ***** Müller

Der Conti-Vertreter hatte vermutlich den Comfort U der Conti im Sinn. Dieser Tarif ist aber deutlich schlechter als der GS1Plus, da ich z.B. im Comfort U 10/20€ pro Arztbesuch/mediz. Handlung berappen muß (variable Selbstbeteiligung). Dies schlägt aber voll zu, wenn ich med. Hilfe in sehr kurzen Abständen benötige (z.B. chronische Erkrankungen, Dialyse aller zwei Tage -> 3500€/Jahr SB).

Die Verunsicherung steigt! Wie geht es euch?

Frank
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Re: Trafiwechsel (GS1Plus)?

Beitragvon Frank » 30.09.2017, 12:29

Hallo,

ältere Tarife müssen nicht zwangsläufig schlechter sein. In der Regel bieten die älteren Tarif bessere Leistungen. Wenn du jetzt mit deinem Tarif und Beitrag zufrieden bist, dann lasse es so. Ein Recht auf Wechsel in andere Tarife hast du immer.

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Re: Trafiwechsel (GS1Plus)?

Beitragvon olk » 30.09.2017, 17:02

Frank hat geschrieben:ältere Tarife müssen nicht zwangsläufig schlechter sein.


Der Conti-Vertreter hatte halt mit der Vergreisung argumentiert: '...für Neukunden geschlossener Vertrag ... die Kosten müssen zwangsläufig steigen ...'.
Wenn man aber den Informationen im Netz folgt, ist diese Begründung aber falsch und ich muß nicht jetzt einen Tarifwechsel durchführen.
Der GS1Plus wurde 2008 für Neukunden geschlossen ... jetzt sind es 10 Jhare später. Daher wird vermutlich der jetzige monatliche Beitrag die tatsächlichen derzeitigen Kosten + Rückstellungen wiederspiegeln und nicht durch eine zu günstig angenommene Abgangsordung zu niederigeren Beiträgen verzerrt sein.

Mein Problem (vermutlic hvieler PKV-Versicherten) ist, ob die Beiträge auch im Rentenalter bezahlbar beleiben.

Okabe
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Re: Trafiwechsel (GS1Plus)?

Beitragvon Okabe » 01.10.2017, 01:54

Hallo olk, du hast es richtig verstanden. Vergreisung ist kein Problem. Die Größe des Versicherungskollektivs und Entmischungseffekte sind allerdings durchaus ein Problem, bzw. können es sein oder werden.

Ohne weitere Informationen zu haben, sollten für deine Entscheidung zwischen den Tarifen *nur und ausschließlich* die Leistungen der beiden Tarife sowie die Beitragshöhe einbezogen werden. Wenn du männlich bist, gibt es zusätzlich eine gewisse Tendenz, lieber in Bisex zu bleiben.

Meine Empfehlung: lass dir genau erkären, an welchen Stellen der neue Tarif wesentlich besser ist als der Alte. 10€ Selbstbeteiligung sind irrelevant. Ob für die Brille 200€ oder 500€ gezahlt wird ist ebenfalls irrelevant. Wichtig sind andere Leistungen, z.B.: wieviel wird für Blindenhunde oder Krankenfahrstühle bezahlt, welche Hilfsmittel werden überhaupt übernommen. Wie sieht es aus mit Wahlarztbehandlung im Krankenhaus und bis zu welcher Höhe? Wieviel wird für Psychotherapien bezahlt. Und so weiter.

Nur wenn der neue Tarif an Stellen wesentlich bessere Leistungen hat, die du selbst für relevant hälst, ist über einen Wechsel nachzudenken - dann aber mit professioneller Beratung eines Versicherungsberaters (geschützter Begriff!) auf (zeitlicher) Honorarbasis. Falls es keine relevanten Mehrleistungen gibt, würde ich das Thema an deiner Stelle ignorieren und im derzeitigen Tarif bleiben.

PS: Wenn jemand mit Vergreisung oder 100€ mehr Brille argumentiert, wäre ich sehr sehr vorsichtig - der handelt wahrscheinlich nicht in deinem Interesse, sondern im Interesse von jemand anderem...


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