PKV als Rentner -> was soll ich heute 20 Jahre vorher tun

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belabw
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Re: PKV als Rentner -> was soll ich heute 20 Jahre vorher tun

Beitragvon belabw » 06.10.2020, 15:20

Jetzt melde ich mich mal mit meinem ersten Beitrag hier zu Wort.
Das ist schon eine sehr interessante Diskussion hier. Aber einen Punkt kann ich hier nirgends erkennen:
Die Dynamik der Preiserhöhungen in der PKV in den letzten 4 Jahren.
Mein Fall: 2002 eingestiegen mit dem best möglichen Tarif. Bis 2016 (für mich Erreichen des 55. Geburtstags) hat sich der Beitrag in etwa so gesteigert wie die der der GKV (ca. 5% pro Jahr). Der Unterschied zur GKV wurde brav zur Seite gelegt. Ab 2016 (am point of no return) aber ist der Beitrag plötzlich um 11% jährlich gestiegen, hat den Höchsatz GKV erreicht und wird sich wohl 2021 weiter fortsetzen. So eine Dynamik hält doch niemand lange durch. Wenn man bedenkt, dass sich Altersentlastungen im Bereich einmalig 10% bewegen, ist die Entlastung nach einem Jahr wieder egalisiert. Mein Anbieter hat anscheinend keine so große Tarifvielfalt, trotzdem läuft die Anfrage auf Tarifwechsel. Leistungsreduzierungen bedeuten häufig, dass man doch neben der eigentlichen SB auch noch Eigenanteile von 20% der Rechnung tragen muss, also eine Wette auf die Gesundheit und auch nicht unbedingt die Lösung.
Fazit:
Unser momentanes Problem sind nicht die Höhe der Beiträge an sich sondern dass die in letzter Zeit absurd hohen jährlichen Beitragssteigerungen eine Kalkulation in die Zukunft als Rentner nahezu unmöglich machen.

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Re: PKV als Rentner -> was soll ich heute 20 Jahre vorher tun

Beitragvon Czauderna » 06.10.2020, 20:36

Hallo und willkommen im Forum.
Da bist du leider einer von vielen, die im Alter vor einer Beitragshöhe stehen, die so nicht erwartet wurde.
Ich hatte Anfragen von langjährigen PKV-Versicherten in Massen auf meinem Schreibtisch im Rahmen meiner GKV-Tätigkeit, die einen Weg (zurück) in die GKV suchten. Einigen konnten wir helfen, die meisten mussten wir aber leider abweisen. Das ist eben der Unterschied zwischen der PKV und der GKV, dass die Beiträge sich bei der GKV am Einkommen orientieren und bei der PKV eben nicht. Das, was vor Jahrzehnten, als man noch jung und rüstig war, als man als Angestellter oder Selbständiger gut verdient hat und für relativ niedrigere Beiträge teilweise auch bessere Leistungen (Privatpatient) erhielt als in der GKV, für sehr viele Versicherten, der Grund war, trotz der Hinweise auf steigende Beiträge im Alter, sich für die PKV zu entscheiden.
Aber, wie heißt der alte Spruch "Hinterher ist man immer schlauer.
Ein Hinweis - auch nach dem 55. Lebensjahr muss der Weg von der PKV in die GKV nicht unbedingt verschlossen sein. Es gibt da, je nach Fallkonstellation ggf. doch noch Möglichkeiten.
Gruss
Czauderna

schachmatt
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Re: PKV als Rentner -> was soll ich heute 20 Jahre vorher tun

Beitragvon schachmatt » 14.11.2020, 18:13

Hallo zusammen, die Diskussion hier ist in der Tat interessant, berührt sie doch zentrale Probleme des Systems PKV, nämlich: warum steigen die PKV-Beiträge dauerhaft losgelöst von allen plausiblen Bezugsgrößen, wo und wann endet der Anstieg und was kann man dagegen mit „Bordmitteln“ tun?

Zunächst mag ich der Darstellung von Czauderna vom 6.10.20, PKV-Einsteiger schlügen immer wieder eindeutige Warnungen vor hohen Beiträgen in den Wind (…trotz der Hinweise auf steigende Beiträge im Alter…), nicht folgen.

Tatsächlich dürften im Normalfall PKV-Aspiranten nach Kräften versuchen sich bestmöglich zu informieren. Das Problem ist nur, daß das außerordentlich schwierig ist. Vor allem zu der wichtigen Frage, wie die Beiträge zustandekommen und wie sie sich entwickeln, ist Information kaum verfügbar. Noch viel schwieriger war die Erlangung solcher Information übrigens in der Vor-Internet-Zeit. Ohne gute Information kommen die Aspiranten oft zu falschen Schlüssen. So auch ich.

Meine eigene PKV-Realität zeigt leidvoll, daß der in den letzten 15 Jahren beobachtbare starke Beitragsanstieg dauerhaft weit über dem liegt, was man sich in den 90igern aufgrund der verfügbaren Information schlimmstenfalls ausrechnen konnte. Vor allem besteht eine nicht nachvollziehbare Diskrepanz zwischen der Entwicklung verknüpfter Bezugsgrößen, etwa den Ausgaben der PKV für Arztleistungen, und den präsentierten Prämienerhöhungen. In meinem Fall wurde der Beitrag im Zeitraum von 1990 bis 2020 um knapp 500% erhöht, während im gleichen Zeitraum die Leistungsausgaben pro Kopf in der gesamten PKV „nur“ um 270% (Quelle: PKV-Zahlenberichte), die Leistungsausgaben meiner Versicherung in der gleichen Größenordnung (Quelle: Geschäftsberichte) und der (Höchst-)Beitrag der GKV sogar nur um 170% gestiegen sind. Kann mir das jemand erklären? Sollten die Leistungsausgaben und die Beiträge nicht etwa im Gleichschritt laufen? Werden Privatversicherte so viel öfter und schlimmer krank als gesetzlich Versicherte? Hätte ich/ein Neueinsteiger damit rechnen müssen, daß der Anfangsbeitrag sich binnen 30 Jahren versechsfacht?

Der fatale Beurteilungsirrtum, dem ich aufgesessen bin, ist meines Erachtens blanke Absicht. Durch die systematische Intransparenz der Mechanismen der Beitragsfestsetzung sorgen die PKVs gezielt dafür, daß Neueinsteiger keine Chance haben, ein realistisches Bild von der längerfristigen künftigen Beitragsentwicklung zu gewinnen.

Abhilfe wäre möglich. Man könnte Einstiegs-Aspiranten zum Beispiel mitteilen, wie hoch zum Eintrittszeitpunkt der typische Beitrag älterer Mitglieder in derselben Versicherung ist, z.B. der 70-jährigen oder der 80-jährigen, oder man könnte PKV-weit regelmäßig aktuelle Durchschnittsbeiträge der 65/75/85-Jährigen veröffentlichen. Über die Politik könnte endlich Wettbewerb zwischen den Unternehmen eingeführt werden, indem Alterungsrückstellungen portabel gemacht und neuerliche Gesundheitsprüfungen nach einmal erfolgter Aufnahme in die PKV ausgeschlossen werden. Auch die sofortige Abschaffung der GOÄ dürfte Wunder wirken. Oder es könnte bei Eintritt in die PKV die Abgabe eine Lebensrisikobelehrung vorgeschrieben werden mit Erklärungen des Art „Ich wurde ausdrücklich darüber informiert und habe verstanden, daß die PKV-Beiträge im fortgeschritten Alter Beträge erreichen können, die größer sind als die künftig erreichbare gesetzliche Rente“.

Das alles hilft Altmitgliedern freilich wenig. Stand heute kann ich belabw nur beipflichten, daß die Dynamik der Beitragsentwicklung das große ungelöste Problem der PKV ist. Bei ungebremster Fortsetzung führt sie in 10 Jahren mühelos auf Jahresbeiträge von 20.000 € und mehr.

Obwohl die Politik durch Setzen von kleinlichen und wettbewerbstötenden Marktregeln für die Misere verantwortlich ist, scheint von ihr keine Unterstützung in Sicht. Vor einiger Zeit hatte ich mit unserem lokalen Bundestagsabgeordneten wegen des Problems PKV gesprochen. Leider war alles, was ich an Reaktion bekommen habe, ein Verweis auf die Kopforientiertheit der Beiträge in der PKV und die Vorhaltung, man habe ja von der vorprogrammierten Beitragsexplosion wissen können.

Das Dilemma ist, daß die PKV-Beiträge künftig die erzielbaren gesetzlichen Renten ohne weiteres übersteigen können und damit im Rentenalter nicht mehr bezahlbar sein werden. Um dieses Dilemma aufzulösen, sehe ich als Ausweg vor allem ebenfalls den Standardtarif, wie in dieser Diskussion an anderer Stelle schon erwähnt. Aber welch eine Perspektive ist das: nach langen Jahren mit immer immenseren Beiträgen steht am Ende ein Versicherungsschutz, der knapp dem der GKV entspricht.

Oder sieht vielleicht jemand doch eine bessere Lösung?

RolandPKV
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Re: PKV als Rentner -> was soll ich heute 20 Jahre vorher tun

Beitragvon RolandPKV » 17.11.2020, 12:37

PKV und GKV funktionieren nun einmal völlig verschieden. Z.B. ist in der PKV ein Vergleich der Steigerungsrate der Prämien mit der Steigerungsrate der Leistungsausgaben nicht zielführend. Natürlich spielen die Leistungsausgaben eine wichtige Rolle, aber es gibt noch viele andere Parameter. Z.B. der Anstieg der Lebenserwartung und die gesunkenen Zinsen, durch die die Altersrückstellungen nicht wie kalkuliert wachsen. Das muss alles durch steigende Beiträge ausgeglichen werden. Eventuelle Gedanken wie "die PKV will nur ihre Gewinne maximieren" sind abwegig, die Kalkulation der Beiträge ist durch diverse Gesetze bzw. sonstige Vorschriften geregelt.

Und ich halte es für eine Mär, dass im Alter die PKV-Beiträge unbezahlbar sind. Meines Wissens nach zahlen die meisten Rentner weniger als 700 Euro pro Monat.

Ich schreibe dies als "Altmitglied", versichert seit 1998. Bei mir haben sich die Beiträge in diesen 22 Jahren irgendwas zwischen verdoppelt und verdreifacht.

RolandPKV
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Re: PKV als Rentner -> was soll ich heute 20 Jahre vorher tun

Beitragvon RolandPKV » 17.11.2020, 15:01

PS: wenn es nicht die ganzen grundsätzlichen Änderungen gegeben hätte wie Umstellung von Bisex auf Unisex und Änderungen bezüglich der Übertragbarkeit der Altersrückstellungen, würde ein 30-Jähriger Neueinsteiger ungefähr das gleiche zahlen wie ein 60-Jähriger, der ebenfalls mit 30 den gleichen Tarif abgeschlossen hatte und auch immer in diesem Tarif geblieben ist.

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Re: PKV als Rentner -> was soll ich heute 20 Jahre vorher tun

Beitragvon hELLfIRE » 26.12.2020, 13:29

Dem Beitrag von schachmatt kann ich mich nur voll und ganz anschließen.
Ich habe da in Sachen Beitragsentwicklungen leider meine ganz eigenen und negativen Erfahrungen mit der PKV machen müssen.
Es mag durchaus sein, das es da diverse Personen gibt die zufriedener mit ihrer PKV und den Beitragsentwicklungen sind, da sich in letzter Zeit aber Infos und Nachrichten über Personen häufen, die über die massiven Beitragserhöhungen ihrer PKV klagen und die sich teilweise auch die Beträge insbesondere im Alter nicht mehr leisten können, stehe ich da wohl nicht ganz so alleine da.

Klar steigen auch die Beiträge der GKV jährlich. Aber mnindestens im gleichen Umfang steigen auch die PKV Beiträge jährlich.
Wenn ich lese z.B. hier https://www.pkv.de/verband/presse/meldu ... n-der-gkv/ (wenn der link nicht erwünscht ist bitte entfernen) das die PKV-Beiträge viel weniger steigen als die GKV-Beiträge, dann ist das meiner Meinung nach von PKV-Verband einfach gelogen. Ich weiß auch nicht wo der PKV-Verband die zahlen dafür herzaubert um auf eine Beitragssteigerung von nu 3,0% p.A. zu kommen.

Das ganze Konstrukt der Beitragserhöhungen in der PKV ist so undurchsichtig und für den PKV versicherten in der Regel nicht überprüfbar oder angreifbar. Bei mir kam es da zu jährlich Beitragserhöhungen um mehr als 20%.
Ich bin 2009 von der GKV in die PKV gewechselt. Der Beitrag für die reine Krankenversicherung (ohne Pflegeversicherung usw.) betrug im Jahr 2009 nur 151,42 Euro. Nur 10 Jahre später im Jahr 2019 betrug der Beitrag nach diversen Beitragserhöhungen bereits 379,30 Euro für den gleichen Tarif.
Das entspricht einer Beistragssteigerung vom 250% innerhalb von 10 Jahren. Der Beitrag meiner PKV ist also in diesen 10 Jahren im Mittel um 25% pro Jahr gestiegen und nicht nur wie vom PKV-Verand darstellt um 3,0%. Für 2021 wäre ich bereits bei ca. 450 Euro.

Weil für mich die zukünftige Beitragsentwicklung der PKV nicht mehr einschätzbar war und ich bei der bisherigen Entwicklung Sorge hatte, dass ich mir die PKV-Beiträge in 10 oder 20 Jahren und vor allem im Alter noch leisten bzw. zahlen kann, hab ich im Jahr 2019 die Notbremse gezogen und bin von der PKV wieder zurück in die GKV gewechselt. Denn ich mußte ja nach den Erfahrungen mit der bisherigen Beitragsentwicklung bei der PKV davon ausgehen, das mein Beitrag für die reine Krankenversicherung im Jahr 2029 bereits ca. 950.- Euro beträgt, wenn dieser wie bisher innerhalb von 10 Jahren um 250% steigt. 2039 wären es dann bereits 2370.- Euro. Aus heutiger Sicht muß ich sagen, dass der Wechsel zurück zur GKV richtig gewesen ist, denn schon aufgrund der Coronakrise wäre ich aufgrund ausbliebener Aufträge wahrscheinlich in Zahlungsschwierigekeiten gekommen und hätte den PKV Beitrag nicht mehr zahlen können.

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Re: PKV als Rentner -> was soll ich heute 20 Jahre vorher tun

Beitragvon DietrichF » 26.12.2020, 18:51

hELLfIRE hat geschrieben:Ich bin 2009 von der GKV in die PKV gewechselt. Der Beitrag für die reine Krankenversicherung (ohne Pflegeversicherung usw.) betrug im Jahr 2009 nur 151,42 Euro. Nur 10 Jahre später im Jahr 2019 betrug der Beitrag nach diversen Beitragserhöhungen bereits 379,30 Euro für den gleichen Tarif.
Das entspricht einer Beistragssteigerung vom 250% innerhalb von 10 Jahren. Der Beitrag meiner PKV ist also in diesen 10 Jahren im Mittel um 25% pro Jahr gestiegen und nicht nur wie vom PKV-Verand darstellt um 3,0%.


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Re: PKV als Rentner -> was soll ich heute 20 Jahre vorher tun

Beitragvon RolandPKV » 26.12.2020, 20:31

Man beachte den Beitrag beim Beginn der PKV: 151,42 Euro. Ich weiß nicht, wie dieser lächerlich geringe Beitrag zustande kam, aber dass man für die paar Euro auf Dauer nicht einmal einen Tarif mit sehr geringen Leistungen und/oder sehr hohem Selbstbehalt abschließen kann, sollte jedem klar sein. Zumindest jedem, der weiß, was ein PKV-Vertrag üblicherweise kostet.

Demnächst sind vielleicht Tarife zu haben, bei denen man am Anfang unterm Strich sogar Geld von der Versicherung bekommt. Gesunder Menschenverstand ist häufig hilfreich.

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Re: PKV als Rentner -> was soll ich heute 20 Jahre vorher tun

Beitragvon RolandPKV » 26.12.2020, 20:42

Ich korrigiere mich. Falls der Tarif beim Selbstbehalt dem maximal zulässigen Höchtsbetrag von 5000 Euro jährlich nahe kommt, wäre der Beitrag vertretbar. Womit man wieder beim Thema wäre, dass Beitragserhöhungen (vor allem derzeit wegen der Zinsflaute) nicht in Prozent, sondern in Euro ermittelt und bezahlt werden.

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Re: PKV als Rentner -> was soll ich heute 20 Jahre vorher tun

Beitragvon hELLfIRE » 27.12.2020, 08:44

Na klar doch, da haben wir es wieder. Da ist schon der erste Relativierunsgversuch vom PKV-Versicherungsvertreter. Der PKV-Versicherte ist selbst schuld wenn er sich von der PKV verarschen läßt und diesen oder jenen Tarif bei einer der vielen PKV's wählt.
Das so eine Antwort kommt war doch schon fast klar. Denn schließlich gehts doch hier um ihr Geschäft. Da kann man negative Meinungen von PKV-Versicherten nicht gebrauchen, denn das könnte ja zukünfte Personen vom Wechsel in die PKV abhalten. Da versucht man lieber immer wieder mit gefährlichen Halbwahrheiten wie z.B. die vom PKV-Verband das die Beiträge mit 3,0% p.a. weniger steigen als bei der GKV Kunden zu ködern. Aber wahrscheinlich werden Sie mir sowieso Antworten, dann Sie ja gar nicht davon leben bzw. nicht drauf angewiesen sind PKV-Verträge mit Personen abzuschließen und deswegen ja auch entsprechend unabhängig sind, weil Sie ihren Lebenunterhalt aus anderem Einkommen beziehen was nicht mit dem "Verkauf" von PKV-Verträgen zu tun hat oder schon im Ruhestand sind.
Treffen denn diese 3,0% p.a. auch auf die Beitragserhöhungen im Jahr 2020 und 2021 zu ?
Möglicherweise war es auch ein Lockangebot oder ein Locktarif dem ich aufgesessen bin um die Leute in die PKV zu locken. Vielleicht wissen Sie da mehr. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass man auch solche Möglichkeiten bei den PKV's nutzt um versicherte zu ködern.
Dazu dann noch das ganz undurchsichtige Kunstrukt mit den Beitragserhöhungen denen der PKV-Versicherte dann, sofern er einmal geködert ist mehr oder weniger hilflos ausgeliefert ist.
Und da insbesondere aktuell vielen PKV-versicherten hohe Beitragserhöhungen ins Haus flattern, tun die PKV's derzeit alles um die "Kunden" zu halten.
Woller Sie etwa bestreiten das sich mein Beitrag und der von vielen anderen versicherten insbesondere so massiv erhöht hat?
Waran liegt es denn dass ich in meiner Umgebung und in Foren immer mehr warnehme, dass sich die Leute Sorgen darum machen, dass sie sich im alter die PKV-Beiträge nicht mehr leisten können?
Zuletzt geändert von hELLfIRE am 27.12.2020, 09:13, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: PKV als Rentner -> was soll ich heute 20 Jahre vorher tun

Beitragvon hELLfIRE » 27.12.2020, 09:02

DietrichF hat geschrieben:
hELLfIRE hat geschrieben:Ich bin 2009 von der GKV in die PKV gewechselt. Der Beitrag für die reine Krankenversicherung (ohne Pflegeversicherung usw.) betrug im Jahr 2009 nur 151,42 Euro. Nur 10 Jahre später im Jahr 2019 betrug der Beitrag nach diversen Beitragserhöhungen bereits 379,30 Euro für den gleichen Tarif.
Das entspricht einer Beistragssteigerung vom 250% innerhalb von 10 Jahren. Der Beitrag meiner PKV ist also in diesen 10 Jahren im Mittel um 25% pro Jahr gestiegen und nicht nur wie vom PKV-Verand darstellt um 3,0%.


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Deine Rechnung stimmt so nicht - Stichwort Zinseszins: Deine jährliche Steigerungsrate betrug nämlich im Mittel 9,62 %. Aber auch das ist immer noch viel zu viel!

DietrichF


Hallo DietrichF.
Das ist richtig. Ändert allerdings leider nichts am Ergebnis, dass am Ende bei der Sache herauskommt und an den steigenden Beiträgen.
Die Beitragserhöhungen wurden für mich meist nicht nachvollziehbar und willkürlich durchgeführt. Da ganze Kunstrukt ist einfach zu undurchsitig weil entsprechende detailierte Infos die zur Beitragserhöhung führten dem PKV-Versicherten vorenthalten werden.
Denn bleibt es bei der Steigerungsrate im Mittel von 9,62 %. Würden meine Beiträge zukünftig so aussehen.
Letztendlich war die Notbremse im Jahr 2019 auf aufgrund dieser Zahlen die richtige Entscheidung. Bei einem Beitrag von 950.- Euro im Jahr 2029 und 2389.- Euro im Jahr 2039 muß ich gar nicht lange überlegen.
Zwar hab durch den Wechsel meine gesamten Altersrückstellung und Übertragungswerte in der PKV verloren, aber der dadurch entstande finanzielle Schaden ist für mich noch überschaubar und hält sich daher in Grenzen. Zumal ein weiterer verbleib in der PKV diesen finanzielle Schaden bei einem späteren Wechsel zur GKV nur noch größer gemacht hätte.
Und da ich bereits sehr früh wieder in de GKV zurück gewechselt bin, muß ich mir um den Zugang zur KVdR im Alter nicht wirklich sorgen machen.
Die dafür benötigten Jahre in der GKV bekommen ich dann locker zusammen.
Auch hier hätte es bei einem viel viel späteren Wechsel Problem geben können.

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2009   151,42 €
2010   165,99 €
2011   181,95 €
2012   199,46 €
2013   218,65 €
2014   239,68 €
2015   262,74 €
2016   288,01 €
2017   315,72 €
2018   346,09 €
2019   379,39 €
2020   415,88 €
2021   455,89 €
2022   499,75 €
2023   547,82 €
2024   600,52 €
2025   658,29 €
2026   721,62 €
2027   791,04 €
2028   867,14 €
2029   950,56 €
2030   1.042,00 €
2031   1.142,24 €
2032   1.252,13 €
2033   1.372,58 €
2034   1.504,62 €
2035   1.649,37 €
2036   1.808,04 €
2037   1.981,97 €
2038   2.172,64 €
2039   2.381,65 €

RolandPKV
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Re: PKV als Rentner -> was soll ich heute 20 Jahre vorher tun

Beitragvon RolandPKV » 27.12.2020, 09:21

Verdammt, ich wurde schon wieder als "PKV-Versicherungsvertreter" enttarnt. Ich muss wohl noch etwas üben. Vielleicht erstmal in das Wehklagen einstimmen und erst später die PKV-Propaganda einstreuen :-)

hELLfIRE
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Re: PKV als Rentner -> was soll ich heute 20 Jahre vorher tun

Beitragvon hELLfIRE » 27.12.2020, 09:59

RolandPKV hat geschrieben:Verdammt, ich wurde schon wieder als "PKV-Versicherungsvertreter" enttarnt. Ich muss wohl noch etwas üben. Vielleicht erstmal in das Wehklagen einstimmen und erst später die PKV-Propaganda einstreuen :-)

Bleiben wir doch mal bei den nur 3,0% p.a. Beitragssteigerung mit der vom PKV-Verband damit geworben wird, das die Beiträge in der PKV nicht ganz so stark steigen wie in der GKV.
Es gehört meiner Meinung nach zu einer Beratung dazu das der Interessent bereits vor abschluss darüber informiert wird, wie sich zukünftig seine Beiträge in diese Tarif entwickeln werden und wie hoch der Beitrag bei Renteneintritt sein wird.

Können sie denn einem PKV-Versicherten bei oder vor Vertragsabschluss garantieren, dass der PKV-Beitrag zukünftig nicht mehr als diese 3,0% p.a. steigen wird?
Können Sie einem PKV-Versicherten bei oder vor Vertragsabschluss vollumfängelich darüber aufklären oder aussagen dazu machen wie hoch sein Beitrag ohne Tarifwechsel in 10 oder 20 Jahren real sein wird?
Können Sie einem PKV-Versicherten bei oder vor Vertragsabschluss vollumfängelich darüber aufklären oder aussagen dazu machen wie hoch sein Beitrag ohne Tarifwechsel beim Renteneintritt real sein wird?

RolandPKV
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Re: PKV als Rentner -> was soll ich heute 20 Jahre vorher tun

Beitragvon RolandPKV » 27.12.2020, 10:37

Kann jemand sagen, wie hoch der GKV-Beitrag in 20 Jahren sein wird? Kann jemand sagen, welche Arten von Einkommen (und vielleicht auch Ersparnisse) in 20 Jahren zur Beitragsbemessung in der GKV herangezogen werden? Kann jemand sagen, welche neuen (und teuren) Behandlungsmethoden gegen Krebs in 20 Jahren zur Verfügung stehen werden? Kann jemand garantieren, dass diese Behandlungsmethoden von der GKV uneingeschränkt bezahlt werden? Kann jemand sagen, was Brot, Milch und Mobilität in 20 Jahren kosten werden?

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Re: PKV als Rentner -> was soll ich heute 20 Jahre vorher tun

Beitragvon PKV_Abwägender » 27.12.2020, 14:36

RolandPKV hat am 26.12.20 geschrieben:
Womit man wieder beim Thema wäre, dass Beitragserhöhungen (vor allem derzeit wegen der Zinsflaute) nicht in Prozent, sondern in Euro ermittelt und bezahlt werden.

Ja, das war in einem anderen Thread Thema und Carlo hatte hierzu einen Link des PKV-Verbandes beigelegt, in dem man es auch so oder ähnlich liest, also immer gleiche oder sehr ähnliche Absoluterhöhungen innerhalb eines Tarifs (egal ob mit oder ohne vorhandene Altersrückstellungen).
Ich hatte es aus früheren Aussagen von PKV-Vertretern allerdings anders in Erinnerung, und auch ein 13 Jahre alter Beitrag im Forum liest sich völlig gegenteilig.
Der damals im Forum als Versicherungsexperte bekannte Frank Wilke (user-Name fwilke) schrieb am 11.01.2008 zum Thema „Wie ermittelt man, ob die Erhöhungen der PKV gerechtfertigt sind?“ das Folgende:
Die Erhöhungen werden prozentual vom Beitrag gerechnet und treffen daher alle gleich, auch wenn es in € für jeden einen anderen Beitrag ausmachen kann.

Ist das nur völlig missverständlich geschrieben oder hat sich etwas total geändert oder ist es auch heute eben doch nicht so, dass Erhöhungen innerhalb eines Tarifs absolut immer gleich sind, sondern aufgrund von Altersrückstellungen auch absolut unterschiedlich ausfallen müssten ?

Ich denke, so sicher ist das alles nicht und für mich bleiben die Kalkulationen von Beitragserhöhungen ein überhaupt nicht nachvollziehbares Konstrukt der Versicherungsgesellschaften.


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