LVM Erfahrung - Beihilfe Tarif (Bund)

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Newcomer_99
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LVM Erfahrung - Beihilfe Tarif (Bund)

Beitragvon Newcomer_99 » 06.04.2021, 14:28

Guten Tag,

da die Wahl einer geeigneten PKV zur Beihilfeergänzung eine große Bedeutung hat, möchte ich euch um Ratschlag fragen.

Meine Situation:
Kinderlos, "jung", gesund und möchte demnächst einen Beihilfetarife bei der PKV abschließen.

Was für mich persönlich wichtig ist:

1) Beitragsstabilität (haha)
- keine zu großherzige Annahmepolitik
- eventuell auch keine Teilnahme an der Öffnungsaktion
- lange "Tariflebzeiten"
- viele Versicherte (vor allem in den Beihilfetarifen)
- finanzielle Gesundheit der Versicherungsgesellschaft
- eine gewisse Sicherheit für die Zukunft (genügend Versicherte in 30, 40, 50 Jahren)
- sehr gute Leistungen in Ernstfällen - z.B. Privatklinik mit bekannten Spezialisten für Hüftoperationen. Hierzu zählt nicht sich alle zwei Jahre eine neue Brille führ mehrere hundert Euro zu holen, etc. .

Ich tendiere nach meiner Recherche aktuell zu

LVM:
Pro: Preis/Leistung, VVaG, Keine Teilnahme a. d. Öffnungsaktion
Kontra: vermutlich relativ geringer Bestand
Tarif: AB 20E, AB 30, SB 2/20E, SB 2/30, ZB 20E, ZB 30, EB 2, PVB (unisex)
Preis: 269,04 €

Wie sind eure Erfahrungen mit dem Beihilfetarif der LVM und der Gesellschaft im allgemeinen? Insbesondere interessiert mich die Beitragsentwicklung des oberen Tarifes, der seit 2012 angeboten wird, da es hierzu keine Informationen im Web gibt.


Hier findet man die Vertragsgrundlagen für den Beihilfetarif:
Link von Moderator gelöscht - bitte hier keine Werbelinks setzen - Danke.

Carlo
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Re: LVM Erfahrung - Beihilfe Tarif (Bund)

Beitragvon Carlo » 09.04.2021, 20:13

Hallo Newcomer_99,

ich habe keinerlei Erfahrungen mit der LVM oder gar deren Beihilfetarif, allenfalls ein paar Gedanken zum Nachdenken beizusteuern.

Was würde Dir eine Aussage zur Beitragsstabilität eines erst seit 2012 existierenden Tarifs überhaupt bringen können? Die Leute, die sich in diesem Tarif versichert haben und 2012 vielleicht 27 Jahre alt waren, sind jetzt maximal 36... viele Rechnungen werden sie noch nicht eingereicht haben und ob der Tarif auskömmlich kalkuliert ist, kann auch keiner wissen...

Laut Wikipedia bietet die LVM erst seit 1981 überhaupt Krankenversicherungen an. Wenn das stimmt, kann man evtl. auch aus den früheren Tarifen nur beschränkte Erkenntnisse zur langfristigen Beitragsstabilität gewinnen, denn wer sich 1981 mit 27 Jahren versichert hätte, wäre heute auch erst 67 Jahre alt und hätte damit den größten Teil des "Alters" noch vor sich....

Ob es eine größere Rolle für die langfristige Beitragsstabilität spielt, ob sich eine PKV an der sog. Öffnungsaktion für Beamtenanfänger beteiligt oder nicht, scheint mir als Laien auch eher fraglich. Eine strengere Annahmepolitik mag sicherlich vor allem in den ersten Jahren einen gewissen Unterschied machen, in denen die Versicherung bei Falschangaben noch vom Vertrag zurücktreten kann.

Die Krankheiten, die im Alter von 27-30 Jahren bei Beamtenanfängern über die Öffnungsaktion mitversichert werden (gegen 30% Zuschlag), sind aber vermutlich eher nicht diejenigen, die 40-50 Jahre später, wenn es um die Beitragsstabilität geht, das Gros der Kosten verursachen. Zumal es sich ja um Versicherte handelt, die vom Amtsarzt als dauerhaft voll dienstfähig eingestuft wurden und gerade neu verbeamtet wurden. Meine Vermutung wäre, dass sich die Unterschiede in den Krankheitskosten bis zum Alter 70 oder 80 weitgehend angeglichen haben dürften und das Asthma oder der Bandscheibenvorfall aus Jugendzeiten dann nicht mehr so entscheidend ist.

Außerdem wird die Beitragsstabilität ja nicht nur von der Entwicklung der individuellen Gesundheit beeinflusst, sondern z.B. auch davon, ob die Versicherten überhaupt alle langfristig bei der Stange bleiben und damit die ursprüngliche Mischung des Tarifs beibehalten wird. Wenn die Gesunden nach ein paar Jahren wieder wechseln, wird sich der Tarif ungünstig entwickeln, egal wie streng die Annahmepolitik war.

Es könnte daher evtl. interessanter sein zu wissen, wie stabil die Zusammensetzung des Versichertenkollektivs über viele Jahrzehnte bleibt als wie streng die Annahmepolitik zum Zeitpunkt x einmal war. Das gleiche gilt evtl. für die Zahl der Versicherten, die im Laufe ihres Lebens plötzlich ihre Beiträge nicht mehr zahlen können und in einen Sozial- oder Notlagentarif wechseln oder ihre Tarife abspecken müssen.

Ich bin keine Versicherungsexperte, aber als Laie denke ich, dass die Frage der Beitragsstabilität wesentlich komplexer ist als die Punkte, die Du aufwirfst (Annahmepolitik, Zahl der Versicherten, Langlebigkeit der Tarife etc.).

Grundsätzlich sind Beamtentarife vermutlich schon deshalb tendenziell stabiler als andere PKV-Tarife, weil Beamte seltener den Beruf und ihre Krankenversicherung wechseln als andere Berufsgruppen und in der Regel wohl auch durchgehend ihre Beiträge zahlen (können). Aber es kann durchaus sein, dass manche Versicherer auch in ihren Beihilfetarifen eher Familienangehörige von Beamten als Beamte selbst versichern und dann gibt es evtl. auch mehr Statuswechsel, Scheidungen, Zahlungsausfälle etc.

Aber das alles berücksichtigen zu wollen, ist vielleicht auch schon so etwas wie Kaffeesatzleserei. Dennoch viel Glück und Erfolg bei der Suche nach der richtigen Versicherung!

Newcomer_99
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Re: LVM Erfahrung - Beihilfe Tarif (Bund)

Beitragvon Newcomer_99 » 12.04.2021, 09:59

Interessante Perspektive mit vielen wichtigen Punkten, über die ich mir vorher keine Gedanken gemacht habe. Die Vorhersage der Beitragsstabilität ist aufgrund der vielen Variablen einfach nicht möglich, sodass ich mich wahrscheinlich nicht so sehr auf diesen Punkt fixieren sollte.


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