Selbstständig Gesetzlich oder Privat *Hilfe*

Was sonst nirgendwo reingehört.

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Wiesel
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Selbstständig Gesetzlich oder Privat *Hilfe*

Beitragvon Wiesel » 06.06.2017, 17:49

Hallo,
mir platzt der Kopf bald - daher eine Frage vorab: Gibt es Berater (unabhängig von den Versicherungen), die einen beraten können, was für einen sinnvoll wäre?

So, nun die lange Version: Selbstständig, bisher aber noch beim Mann familienversichert. Ab 2017 werd ich mich nun selber versichern müssen.
Folgende Angaben: 28 Jahre jung, verheiratet (Mann ist "normal" angestellt", keine Kinder - aber eventuell später mal welche in Planung. Verdienst im Jahr wird vorraussichtlich 10 000 Euro sein. Also nicht viel - aber zu viel für die Familienversicherung.

Was macht Sinn? Private Krankenversicherung oder in der Gesetzlichen bleiben?

Wenn ich mal Kinder haben sollte, werde ich vllt. meine Selbstständigkeit komplett aufgeben, kann ich dann wieder zu meinem Mann in die Familienversicherung sofort rein? (Laut Gesetz müsste das ja nun wieder gehen, oder?)

Wenn Privat - was ist zu beachten. Mein günstigstes Angebot liegt mir mit 220 Euro im Monat vor. Jetzt les ich aber von so viel "Fallen" in den PKV.

Leute, mir platzt der Kopf. Wie soll ich denn da die richtige Wahl treffen, wenn man der totale Laie ist?

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Re: Selbstständig Gesetzlich oder Privat *Hilfe*

Beitragvon Czauderna » 06.06.2017, 18:03

Hallo,
mal losgelöst von den Leistungen - wenn du, wenn sich nachwuchs einstellt, dein Gewerbe (vorübergehend) aufgibst, dann kannst du natürlich, nach heutiger Rechtslage grundsätzlich wieder in die Familienversicherung. So gesehen ist dein Risiko, wenn du in die PKV wechselst nicht allzu groß.
Es stellt sich nun die Frage - wo sind die Leistungsunterschiede und was kostet dich das Ganze. Mein Hinweis dazu - in der GKV zahlst du nach deinem Einkommen den Beitrag und hast eine Vollversicherung - bei der PKV spielt dein Einkommen keine Rolle und was die Leistungen angeht solltest du unbedingt darauf achten, dass das PKV-Angebot auch alle Leistungen beinhaltet, die dir von der GKV zur Verfügung gestellt werden.
Als ehemaliger KGV-Mitarbeiter wäre es natürlich nachvollziehbar wenn ich dir zum Verbleib in der GKV raten würde, aber bei deinem Alter und deiner Möglichkeit zur Rückkehr, rate ich dir nur zum intensiven Vergleich.
Gruss
Czauderna

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Re: Selbstständig Gesetzlich oder Privat *Hilfe*

Beitragvon Frank1 » 06.06.2017, 18:31

Ich würde die Versionen mit 0,- Euro KV-Beitrag wählen.

Version 1:
Das Gewerbe wird auf den Ehemann angemeldet. Damit bleibt es bei einer Familienversicherung.

Version 2:
Der Jahresgewinn liegt unter 5.100,- Euro. Auch hier bleibt es bei einer Familienversicherung.
Hier bieten sich die Betriebsausgaben als Instrument geradezu an.

Czauderna
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Re: Selbstständig Gesetzlich oder Privat *Hilfe*

Beitragvon Czauderna » 06.06.2017, 21:07

Hallo,
Version 1 - könnte aber dazu führen, dass der Ehemann plötzlich hauptberuflich Selbständig würde und es bleibt auch die Frage ob es wirklich gewollt ist, dass auf einmal der Ehemann der Firmeninhaber ist
Version 2 - dazu gehört aber sehr viel Aufwand meiner Meinung nach, damit nachher auch der Einkommensteuerbescheid "stimmt" bzw. "passt"
du siehst Wiesel - jetzt stehst du auf einmal nicht vor einer Frage (PKV oder GKV) sondern auch vor der Frage "Übertrage ich meine Firma meinem Ehemann nur wegen der Krankenversicherung?" und vor der Frage "wie senke ich meinen Verdienst von 10.000 € so, dass nachher im Steuerbescheid weniger als 5100,00 € stehen ?".
Sorry, ich habe mich nur bei meiner Antwort auf deine konkrete Frage bezogen.
Gruss
Czauderna

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Re: Selbstständig Gesetzlich oder Privat *Hilfe*

Beitragvon Frank1 » 06.06.2017, 22:23

Version 1: Nein. Könnte nicht dazu führen, dass der Ehemann plötzlich hauptberuflich Selbständig wird, denn dann müsste er weniger als 10.000,- Euro im Jahr als Angestellter verdienen.
Version 2: Eine Berechnung:
Gewinn 10.000,- Euro. Dies wären 4.900,- Euro über dem Freibetrag. Davon gehen ab: Mindestens 2.640,- Euro für KV sowie 678,- Euro (30% Einkommensteuer, geschätzt) sowie 40,- Euro IHK-Beitrag. 4.900,- Euro ./. 3.358,- Euro = 1.542,- Euro Gewinn nach Steuern.
Um einen Netto-Gewinn von 1.542,- Euro zu erzielen, muss ein Gewinn von 4.900,- Euro erzielt werden. Dies ist ein ungesundes Verhältnis.
Aber das muss jeder für sich entscheiden.
Ich würde lieber "Einkaufen" gehen. Es gibt so viele Betriebsmittel, die man durchaus gleich oder später privat nutzen kann.


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