Seit 7 Jahren in Thailand - was tun mit der PKV?

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PKVGKV
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Seit 7 Jahren in Thailand - was tun mit der PKV?

Beitragvon PKVGKV » 03.01.2019, 20:02

Hallo an alle!
In Sachen Krankenversicherung gibt es nur spärliche und ungenaue Informationen im Netz. Deshalb wend ich mich an dieses Forum, in der Hoffnung in Zukunft die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Hier meine Situation:
Bin seit ca. 30 Jahren bei der Central versichert. Seit 7 Jahren lebe ich aber in Thailand. Alter aktuell 61,5 Jahre. Da ich Anfangs noch nicht wusste, wie lange ich bleiben werde, habe meine Versicherung auf Anwartschaft gestellt und ca. 80 Euro monatlich dafür bezahlt. Um in Thailand versichert zu sein habe ich eine Auslandsreisekrankenversicherung bei der HanseMerkur abgeschlossen. Dafür musste ich ca. 50 Euro monatlich bezahlen.
Jedes Jahr habe ich dann die Anwartschaft verlängert und auch die Versichrung bei der HanseMerkur immer wieder erneuert. Das ging dann Jahr für Jahr. Nun sind es 7 Jahre und ich frage mich, ob das der richtige Schritt war. Denn die Kosten sind natürlich ständig gestiegen, sodass ich heute bereits 110 Euro bei der Central bezahlen muss (eigentlich für nichts) und auch die HM gestiegen.
Meine Überlegung war, wenn ich mal zurück muss (z.B. wegen schwerer Krankheit) dann kann ich ohne großes Wenn-und-Aber wieder in die Central zurück. Für die kleineren Dinge war ich ja in Thailand bei der HM versichert (habe ich aber nie in Anspruch genommen).
Eigentlich möchte ich gar nicht mehr nach Deutschland zurück. Allerdings bin ich finanziell nicht unabhängig und betreibe noch eine Firma in Deutschland (Internet) mit der ich in Thailand meinen Lebensunterhalt bestreite. Solange das alles so läuft bin ich mit der Situation soweit zufrieden.
Jetzt ist aber zu erwarten, dass die Central dieser Anwartschaft nicht ewig zustimmt. Dann stehe ich vor der Entscheidung mich aus Deutschland abzumelden und die Versicherung zu kündigen. Das wiederum heißt, wenn ich zurückkomme, werde ich neu geprüft und eventuell nicht mehr bei der Central aufgenommen. Ich denke, dass dann auch die Rückstellungen weg sind.
Auf der anderen Seite ist es so, dass ich sowieso nur zurückkommen würde, wenn ich nicht mehr genug Geld für meinen Lebensunterhalt in Thailand durch die Einnahmen aus Deutschland zusammen bekomme. In diesem Falle lande ich direkt beim Arbeitsamt und werde wahrscheinlich irgendwie pflichtversichert? Also wäre es doch vielleicht angebracht, die Beiträge für die Anwartschaft und HM zu sparen und besser in eine echte Auslandskrankenversicherung zu investieren?
Ich weiß nicht ob ich mein Problem richtig rüberbringen konnte. Die Hauptfragen sind: Was passiert, wenn ich nach Deutschland zurückkomme und kein oder nur sehr geringes Einkommen habe und mich beim Arbeitsamt melden muss? Was passiert, wenn ich mich aus Deutschland abmelde und bei der Central kündige? Wer versichert mich später? Besteht die Gefahr ohne Versicherung dazustehen?

RHW
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Re: Seit 7 Jahren in Thailand - was tun mit der PKV?

Beitragvon RHW » 03.01.2019, 21:12

Hallo,

wenn man wieder nach Deutschland zurückkommt und die dt. Staatsangehörigkeit besitzt, gibt es zwei Varianten:
1) vor Erreichen der Altersgrenze = 65 Jahre +X Monate (X ist abhängig vom Geburtsdatum und beträgt zwischen 0 und 24)
Das Jobcenter prüft die Bedürftigkeit (Einnahmen , Vermögen - auch vom Ehegatten; bei Lebensgefährten nur bei häuslicher Gemeinschaft) und zahlt dann ggf. Arbeitslosengeld II. Man kann sich nur in der privaten Krankenversicherung versichern. Man kann den Versicherungsantrag bei jedem PKV-Unternehmen stellen. Das Unternehmen prüft aber jeweils, ob man zu den erwünschten Kunden zählt. Wenn nicht, muss jedes PKV-Unternehmen einen im Basistarif versichern. Der Beitrag liegt aktuell bei ca. 650 Euro (zuzüglich Pflegeversicherung). Der Beitrag wird für AlgII-Bezieher auf Antrag halbiert. Das Jobcenter übernimmt den halbierten Beitrag zu 100%. Im Basistarif kann es problematisch werden, behandlungsbereite Ärzte bzw. Zahnärzte zu finden.

2) nach Erreichen der Altersgrenze = 65 Jahre +X Monate (X ist abhängig vom Geburtsdatum und beträgt zwischen 0 und 24)
Das Sozialamt prüft die Bedürftigkeit (Einnahmen , Vermögen - auch vom Ehegatten; bei Lebensgefährten nur bei häuslicher Gemeinschaft) und zahlt dann ggf. Grundsicherung im Alter. Man kann sich nur in der privaten Krankenversicherung versichern. Man kann den Versicherungsantrag bei jedem PKV-Unternehmen stellen. Das Unternehmen prüft aber jeweils, ob man zu den erwünschten Kunden zählt. Wenn nicht, muss jedes PKV-Unternehmen einen im Basistarif versichern. Der Beitrag liegt aktuell bei ca. 650 Euro (zuzüglich Pflegeversicherung). Der Beitrag wird für Grundsicherungempfänger auf Antrag halbiert. Das Sozialamt übernimmt den halbierten Beitrag zu 100%. Im Basistarif kann es problematisch werden, behandlungsbereite Ärzte bzw. Zahnärzte zu finden.

Am besten auch folgende Punkte klären:
- was ist im Vertrag zur Anwartschaft dazu geregelt, wann bzw. unter welchen Bedingungen die Anwartschaft wieder in eine normale Versicherung umgewandelt werden kann. Jeder Satz kann in diesem Zusammenhang wichtig werden.
- gibt es im Vertrag zur Auslandsreisekrankenversicherung Aussagen zur Höchstdauer? Ggf. hat die Versicherung bisher nicht darauf geachtet, weil keinerlei Rechnungen eingereicht wurden.

Gruß
RHW

PKVGKV
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Re: Seit 7 Jahren in Thailand - was tun mit der PKV?

Beitragvon PKVGKV » 03.01.2019, 21:30

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Also sollte ich, falls die Versicherungen mitspielen, den jetzigen Status erhalten?
Wenn nicht, muss ich wohl die komplette Prozedur mit Wohnsitz abmelden etc. durchziehen. Ohne Wohnsitz in Deutschland kann ich wohl auch nicht in der HM versichert sein? Ein Freund hat das zwar mal so gemacht. In Deutschland gemeldet abgeschlossen, dann abgemeldet und Versicherungsschutz in Thailand gehabt. Haben bei einem Unfall dann tatsächlich bezahlt. Wussten wahrscheinlich nicht, dass der Mann bereitsnicht mehr in Deutschland gemeldet war.

Wenn ich also wegen Geldmangel wieder nach Deutschland zurück muss, bin ich wohl komplett am !rsch. Entweder Arbeitsamt mit all dem was da dran hängt oder arbeiten nur noch für die Krankenkassen. Meine 650 Euro und nochmal ca. 450 für die GKV meiner Frau.

Das wäre dann noch eine weitere Frage. Ich weiß, dass ab 55 Jahre kein zurück in die GKV mehr vorgesehen ist. Habe aber von bestimmten Umständen gehört, wo das doch noch möglich wäre. Ein Jahr versichert beschäftigt etc. und dann wieder zurück.

Das würde mich natürlich auch brennend interessieren.

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Re: Seit 7 Jahren in Thailand - was tun mit der PKV?

Beitragvon Czauderna » 03.01.2019, 21:43

Hallo,
Nein, das,geht bei dir nicht, aber du schreibst von deiner Ehefrau und der GKV - wie ist deine Ehefrau genau versichert?
Gruß
Czauderna

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Re: Seit 7 Jahren in Thailand - was tun mit der PKV?

Beitragvon PKVGKV » 03.01.2019, 21:47

Sie ist auch bei einer Reisekrankenversicherung. In Deutschland war sie bei einer GKV als Selbständige versichert. Man hat sie da rausgelassen. Sie braucht dort nicht zu zahlen. Sie wäre dann wieder in einer gesetzlichen Krankenkasse. Kann ich da irgendwie mitversichert werden?

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Re: Seit 7 Jahren in Thailand - was tun mit der PKV?

Beitragvon Czauderna » 03.01.2019, 22:11

Hallo,
genau das wäre die Lösung für dich - deine Ehefrau wird wieder Mitglied der GKV du wirst ( nach heutiger Rechtslage) kostenlos mitversichert, darfst aber selbst kein Einkommen von mehr als 450,00 € ( heutiger wert) haben und nicht mehr hauptberuflich selbständig sein.
Gruß
Czauderna

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Re: Seit 7 Jahren in Thailand - was tun mit der PKV?

Beitragvon PKVGKV » 03.01.2019, 22:18

Das hört sich gut an. Denn wir betreiben die Firma eigentlich gemeinsam, haben das aber in 2 Firmen aufgeteilt. So könnte meinen Teil aufgeben. Sie würde dann alles über ihre Firma laufen lassen und ich könnte noch hin und wieder etwas dazuverdienen. Bin Musiker unter anderem. Denkst du, dass das geht? Gibt es da gesetzliche Regelungen, die ich nachlesen kann?
Das wäre eine tolle Lösung.

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Re: Seit 7 Jahren in Thailand - was tun mit der PKV?

Beitragvon Czauderna » 03.01.2019, 22:42

Hallo,
Grundlage sind die Bestimmungen des SGB. V.
Heute ist es etwas spät um konkrete §§ raus zu suchen.
Aber einen „Fahrplan“ kann ich dir erst mal an die Hand geben.
1. Deine Ehefrau nimmt Kontakt auf mit der GKV-Kasse, bei der sie zuletzt versichert war und lässt sich dort bestätigen, dass sie nach Rueckverlegung des 1. Wohnsitzes nach Deutschland dort wieder Mitglied werden kann.
2. Nach Rueckkehr meldet sie sich dort und beantragt die Mitgliedschaft, gleichzeitig gibt sie an, dass sie dich, ihren Ehemann familienversichern will
3. Sie wird einen entsprechenden Fragebogen erhalten, auf dem Ihr erklären müsst, dass du kein, oder eben nur ein geringes Einkommen hast und auch nicht hauptberuflich selbständig bist.
Das ist eigentlich alles, wie schon gesagt, aus heutiger Sicht.
Gruß
Czauderna

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Re: Seit 7 Jahren in Thailand - was tun mit der PKV?

Beitragvon PKVGKV » 03.01.2019, 22:52

Klasse - vielen dank für deine Informationen. Eine Komplikation sehe ich da noch. Meine Frau hat sich bei ihrer Krankenkasse abgemeldet obwohl ihr Wohnsitz noch in Deutschland ist. Wir leben zwar fast das ganze Jahr in Thailand, aber gemeldet sind wir noch in Deutschland. Wenn jemand in Deutschland gemeldet ist, muss er ja auch dort versichert sein (Versicherungspflicht). Sie hat das aber mit einer Sachbearbeiterin damals besprochen und auch per Email bestätigt bekommen, dass sie keinen Beitrag zahlen muss.
Ich habe aber schon von Horrorgeschichten gehört, dass die den Beitrag später einfach für die gesamte Zeit nachgefordert haben. Wie siehst du das?
Abgesehen davon, dass wir das Geld überhaupt nicht hätten, wäre das trotzdem recht lästig.
Danke schonmal - ich gehe jetzt ins Bett :-) 4:50 hier in Thailand. Bis morgen vielleicht?

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Re: Seit 7 Jahren in Thailand - was tun mit der PKV?

Beitragvon Czauderna » 04.01.2019, 09:39

Hallo,
diese E-Mail ist Gold wert - und, die Kasse hat damals die Kündigung akzeptiert und bestätigt. Deine Ehefrau kann nachweisen, dass sie sich die gesamte Zeit im Ausland aufeghalten hat und auch dortz einen Krankenversicherungsschutz hatte. Nun kommt sie zurück, und da die GKV-Kasse die letzte Kasse war, bei der sie in Deutschland versichert war, ist diese auch jetzt wieder zuständig, so sehe ich das.
Gruss
Czauderna

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Re: Seit 7 Jahren in Thailand - was tun mit der PKV?

Beitragvon PKVGKV » 04.01.2019, 10:19

Vielen Dank. Wir werden diese Mail einrahmen und an die Wand hängen :-)
Liebe Grüße aus Thailand!

Merger
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Re: Seit 7 Jahren in Thailand - was tun mit der PKV?

Beitragvon Merger » 17.01.2019, 12:46

Um in Thailand versichert zu sein habe ich eine Auslandsreisekrankenversicherung bei der HanseMerkur abgeschlossen. Dafür musste ich ca. 50 Euro monatlich bezahlen.


Jetzt ist aber zu erwarten, dass die Central dieser Anwartschaft nicht ewig zustimmt. Dann stehe ich vor der Entscheidung mich aus Deutschland abzumelden und die Versicherung zu kündigen.


Mich stören diese Informationen.
Jeder der in Deutschland mit Hauptwohnsitz gemeldet ist muss eine private oder gesetzliche Krankenversicherung vorweisen. Pflichtversicherung seit 2009. Eine Auslandsreisekrankenversicherung, als Ersatz ist nicht möglich.

Nachdem du in Deutschland noch gemeldet bist, müsste ein aktiver Vertrag bei der Central weiter bestehen.

Dies könnte bedeuten, wenn du zurück nach Deutschland gehst und dich bei der Central wieder versichern möchtest, dass du alle Beiträge seit 7 Jahren nach zahlen musst.

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Re: Seit 7 Jahren in Thailand - was tun mit der PKV?

Beitragvon PKVGKV » 17.01.2019, 12:53

Dafür habe ich ja die Anwartschaft. Das bedeutet, dass ich nach Rückkehr wieder ohne Prüfung automatisch bei der Central aufgenommen werde. Ansonsten hättest du recht. Ich könnte mich auch aus Deutschland abmelden. aber dann würde das mit der HanseMerkur nicht mehr so einfach sein. Denn die Voraussetzung für eine Reisekarnkenversicherung ist, dass noch eine in der Heimat besteht, soviel ich weiß.

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Re: Seit 7 Jahren in Thailand - was tun mit der PKV?

Beitragvon Merger » 17.01.2019, 12:54

PKVGKV hat geschrieben: Wir leben zwar fast das ganze Jahr in Thailand, aber gemeldet sind wir noch in Deutschland. Wenn jemand in Deutschland gemeldet ist, muss er ja auch dort versichert sein (Versicherungspflicht). Sie hat das aber mit einer Sachbearbeiterin damals besprochen und auch per Email bestätigt bekommen, dass sie keinen Beitrag zahlen muss.


Und die Sachbearbeiterin war von der Central direkt, oder von der ****?

Da können Probleme auf dich zukommen.

Solch eine Bestätigung muss schriftlich erfolgen mit Unterschrift eines Bevollmächtigten, meist von einem Mitglied des Vorstands.

Merger
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Re: Seit 7 Jahren in Thailand - was tun mit der PKV?

Beitragvon Merger » 17.01.2019, 12:56

sollte heißen: oder von der D V A G.


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