Gesundheitsfragen PKV - auf Vertreter hören?

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Denniz
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Gesundheitsfragen PKV - auf Vertreter hören?

Beitragvon Denniz » 10.02.2020, 18:26

Hallo,

ich (33 m) bin im Moment gesetzlich krankenversichert und möchte in die PKV wechseln. Es war schon eine beschlossene Sache bis dann die Gesundheitsfragen mit dem Vertreter durchgegangen wurden.

Ich wollte diese ganz normal und wahr beantworten. Der Vertreter meinte aber oft, bei Kleinigkeiten und keinen Befund einfach Nein ankreuzen.
Nach Recherche habe ich nun doch etwas Angst bekommen, über die möglichen Auswirkungen (Rausschmiss aus der PKV wäre nicht schlimm, aber ein Risiko wie Rückforderungen von Leistungen oder nicht bezahlte Krankenhausrechnungen wären fatal - kann es dazu kommen?).

Bei folgenden Arzt Besuchen habe ich nun ein großes Fragezeichen

Hautarzt: Hatte minimal Schuppenflechte (Psoriasis) hinter dem Ohr. Diese sind ausgeheilt. Muss ich das angeben? Habe das Ganze beinahe vergessen, da es für mich ne Kleinigkeit war (Salbe drauf und ausgeheilt).

Zahnarzt: Hatte Spannung im Kiefer. Dazu vor einem oder zwei Jahren Physiotherapie bekommen (Diagnose vermutlich CMD). Ist ausgeheilt. Das würde ich natürlich angeben, aber auch da meinte der Vertreter - war ja an sich nichts.

Hausarzt: Bei mir wurde zur Sicherheit ein Langzeit EKG gemacht. Befund: alles gut. War ne stressige Zeit und habe das Mal abklären wollen.

Ich denke die ersten Beiden Punkte könnten relevant sein. Wobei ich mich da Frage wie hoch der Zuschlag sein mag oder ob man überhaupt dann versichert wird. Soweit ich es mitbekommen tauschen die Versicherungen Ihre Daten miteinander aus. Will mir daher auch nichts durch eine voreilige Aktion verbauen.

Wie würdet ihr vorgehen? Auch mit dem Hintergrund, dass man 100% Gesund ist.

Danke für jeden Tipp!

Frank
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Re: Gesundheitsfragen PKV - auf Vertreter hören?

Beitragvon Frank » 10.02.2020, 18:44

Hallo Denniz,

du musst alles angeben. Der Versicherer kann schon für sich beurteilen was risikorelevant ist oder nicht.
Wenn du das nächste Mal mit dem Vertreter sprichst solltest du einen Zeugen dabei haben.

Denniz
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Re: Gesundheitsfragen PKV - auf Vertreter hören?

Beitragvon Denniz » 10.02.2020, 19:41

Ich habe auch schon überlegt, das so zu machen. Aufzeichnen ist vermutlich verboten. Wenn der Vertreter meint, dass dies nicht relevant sei, dann müsste ich ihm eigentlich glauben. Persönlich bin ich auch der Auffassung, dass solche Kleinigkeiten die auch nicht mehr behandelt werden keine Rolle spielen sollten. Andererseits liest man auch zum Teil gruslige Geschichten im Internet, dass plötzlich die Krankenhaus Rechnung nicht übernommen wird, nachdem gerade dann wenn es drauf ankommt, die PKV mit Ihrerer Recherche wirklich anfängt.

Denniz
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Re: Gesundheitsfragen PKV - auf Vertreter hören?

Beitragvon Denniz » 10.02.2020, 23:23

Noch eine Frage: Habe ich Nachteile wenn ein Versicherer mich negativ beurteilt? In dem Sinne, dass es dann auch schwierig bei anderen Versicherern wird. Habe gelesen, dass man es auch Anonym zunächst probieren kann.
Will mir ungern das Ganze verbauen.

Befürchte nur, dass in der Versicherung extrem vorsichtig beurteilt wird. D.h. es reicht schon die Diagnose Psoriasis und man bekommt einen extrem hohen Zuschlag, obwohl es doch ein erheblicher Unterschied ist ob der ganze Körper betroffen ist oder ob es Mal eine Stelle in der Größe von 1cm war.

Vielen Dank nochmal!

Frank
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Re: Gesundheitsfragen PKV - auf Vertreter hören?

Beitragvon Frank » 11.02.2020, 09:24

Der Vermittler entscheidet nicht was risikorelevant ist. Das klingt eher danach dass der Antrag geschmeidig durchgeht. Anonyme Anfragen sind nicht erlaubt. Die Versicherer arbeiten doch überwiegend mit der gleichen Risikobeurteilung und entscheiden alle ähnlich. Du musst alles angeben und es kann sein dass die Risikobeurteilung gar nicht so übel ausfällt. Einen Risikozuschlag kann man nach zwei Jahren auch wieder überprüfen lassen wenn keine Behandlung / Beschwerden gewesen sind. Im schlimmsten Fall bleibst du erstmal gesetzlich versichert.

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Re: Gesundheitsfragen PKV - auf Vertreter hören?

Beitragvon Merger » 17.02.2020, 00:34

Hallo Deniz,

merke dir: Du musst alle Fragen wahrheitsgemäß beantworten.
Wenn der Versicherungsvermittler dich nötigt die Unwahrheit zu schreiben, kannst du auch noch nach Jahren aus der PKV rausfliegen, bzw. in den Basistarif wechseln müssen.
Du solltest in solch einem Fall, einfach den Versicherer anschreiben und ihn auf solch einen Vermittler aufmerksam machen.
Außerdem, suche dir einen Vermittler zu dem du Vertrauen hast und der es ehrlich mit dir meint und der nicht nur seine Provision sieht.
Solche Versicherungsvermittler, ob Vertreter oder Makler brauchen wir nicht.

Und nicht immer lohnt es sich in die PKV zu wechseln. Aber um dies beurteilen zu können, benötigt man mehr Informationen, wie z.B.
bist du Beamter, Angestellter oder selbständig. Bist du verheiratet und hast du Kinder - wie sind diese zur Zeit versichert und wie muss man sie versichern, wenn du in die PKV wechselst. Und außerdem wie hoch sind deine mtl. Einkünfte.

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Re: Gesundheitsfragen PKV - auf Vertreter hören?

Beitragvon Roland Gutsch » 02.03.2020, 15:40

Hallo Denniz,

wie die anderen Forumsteilnehmer schon schrieben: Gesundheitsfragen müssen Sie vollständig und wahrheitsgemäß beantworten. Der Rat der Vertreters ist schlicht falsch und unter Umständen gefährlich für Sie. Ein solcher "Kollege" trägt im Übrigen dazu bei, dass Versicherungsvermittler auf der Vertrauens-Skala weit unten rangieren! Sie sollten sich einen seriösen Vermittler suchen.

Allerdings muss ich Frank widersprechen: Selbstverständlich kann man anonyme Anfragen stellen - man sollte das auch tun (bei mehreren Anbietern), gerade wenn Vorerkrankungen vorliegen, mache Versicherer lehnen es sogar ab, Anfragen mit persönlichen Daten überhaupt zu bearbeiten. Die Angebote der verschiedenen PKV-Anbieter sind häufig sehr unterschiedlich - das geht manchmal soweit, dass ein Anbieter den Versicherungsschutz ablehnt, während ein anderer annimmt oder nur einen kleinen Zuschlag erhebt. Es ist also nach unserer Erfahrung nicht so, dass alle Versicherer ähnlich entscheiden. Wenn es nötig ist oder gewünscht wird, sollte man eine regelgerechte Ausschreibung machen, um das passende Angebot zu erhalten.

Freundliche Grüße
Roland Gutsch


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